What happened last week?

What happened last week?

What happened last week?

1. Karibik

2. Europa

3. Mittlerer Osten

4. Afrika

5. Südamerika

6. Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Karibik

Haitis Präsident ermordet

Vergangene Woche wurde Haitis Präsident, Jovenel Moïse, ermordet. Zwei Monate vor den nächsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen. Einige Analysten sagen, dass „das Land nun das Somalia Amerikas werden könnte“

Wer hat ihn umgebracht?

Eine Gruppe von 28 Männern hat sein Haus gestürmt, ihn ermordet und auf seine Frau geschossen (sie überlebte). Die meisten Angreifer sind ehemalige Soldaten aus Kolumbien; während zwei von ihnen Haiti-Amerikaner sind. Die Polizei hat drei von ihnen getötet und 20 weitere verhaftet. El País hat sogar die Namen der Männer veröffentlicht. Zum Ende der Woche wurde, ein in Haiti geborener Arzt aus Florida, USA, als ein Hauptverdächtiger verhaftet. Sein Name: Christian Emmanuel Sanon. Er ist 63 Jahre alt. Dieser Typ.

Random Fact: Einer der Haiti-Amerikaner, welcher das Haus gestürmt hat, hat die Job-Anzeige, als Übersetzer, online gefunden und tweetete in seiner Freizeit gerne über Astrologie.

Was jetzt?

Das Land ist gerade in einem „Belagerungszustand“. Der jetzige Präsident und Premierminister Claude Joseph ist in die DM’s der UN geslidet: „Wir brauchen Friedenstruppen hier. Wir haben am 26. September unsere Wahlen. Wir brauchen Stabilität.“ Ab nächsten Februar wird Joseph Lambert Präsident sein. Aber wer weiß, was in der Zwischenzeit noch passieren könnte.

Was sagt die internationale Community?

Die Dominikanische Republik ist nur so: „Nah“, und hat einfach die Grenze zu Haiti geschlossen. Andere Regierungen, wie Argentinien, Frankreich und Taiwan und sogar Papst Franziskus höchstpersönlich „verurteilen die Ereignisse“. Aber, wie der kanadisch-haitianische Radiomoderator, Jafrikayiti Jean Elissaint Saint-Vil, letzte Woche in seinem Interview mit CBC gesagt hat, könnte die internationale Community mehr tun, als nur zu „verurteilen“. „Hört einfach auf in unserem Land zu stören. Geht weg.“ Pro-Tipp: Google mal, was die „Core Group“ in Haiti macht und wer dabei ist. *psst Deutschland ist ein Teil davon psst*

Erzähl mir mehr über die Politik in Haiti, aber halt es kurz

Die Politik in diesem kleinen karibischen Land war immer etwas unklar. In den letzten 35 Jahren hatte Haiti 20 verschiedene Präsidenten. Hier ist die Zusammenfassung von der Zeit, als Jovenel Moïse Präsident war:

  • Moïse war sehr unbeliebt. Er hat sogar seine Amtszeit illegal verlängert.
  • Das Land funktioniert immer noch nicht sehr effizient. Nur zehn von 30 Senatoren sind noch im Parlament.
  • Die allgemeine Stimmung im Land geht eher in Richtung „ihr seid Korrupt und ihr Regierungs-Menschen helft nur den Reichen. Zeit für euch zu gehen.“
    • Gut zu wissen: Ein gutes Beispiel dieser Kluft zwischen arm und reich ist wahrscheinlich Rony Célestin, einer von Haitis Gesetzgebern (und enger Verbündeter des Präsidenten). Er hat vor kurzem eine luxuriöse Villa für 3,4 Millionen US-Dollar in Montréal, Kanada, gekauft.
  • Letzten Monat ist dann auch noch der Vorsitzende des höchsten Gerichts an COVID-19 gestorben und 14 Aktivisten wurden, eine Woche vor Moïses Tod, ermordet. Vielleicht hast du in letzter Zeit ja auch mal den Namen Antoinette Duclair gelesen.
  • Moïses Regierung stand zudem auch hinter einer Menge Gewalt. Denk allein an „staatlich unterstütze Massaker“, bei denen etwa 240 Menschen getötet und Tausende andere vertrieben wurden.

Warum das wichtig ist: „Haiti wurde irgendwie von internationalen Medien vergessen“, sagen einige Journalisten. Das letzte Mal, dass das Land groß in den Medien war, war 2010, als der Hurrikan Hunderttausende Menschen tötete und das Land sich davon bis heute noch erholt. Ca. 11 Millionen Menschen leben in der ärmsten Nation Amerikas und einer der ärmsten weltweit.

Eine andere Sicht auf Haiti

Ich habe der Journalistin Gabriela Mesones Rojo geschrieben und sie gefragt, ob sie Musik aus Haiti empfehlen kann:

„Dieses Album ist unglaublich: Vodou Adjae von Boukman Eksperyans. Diese Band ist eine Pop-Gruppe aus Haiti und produziert einen Mix aus traditioneller haitianischer Voodoo Musik und Rock. Deren Texte sind immer sehr politisch angehaucht; Ich meine, viele der Mitglieder sind auch politisch aktiv, durch verschiedene Bewegungen und Revolutionen in Haiti. Die Band ist tatsächlich nach Dutty Boukman, einem Voodoo-Priester, der 1791 eine religiöse Zeremonie leitete, benannt. Viele Menschen glauben, er hat die Haiti-Revolution gestartet.“

Europa

Weiterhin Anti-LGBTQ+-Hass in Georgien – einem eigentlich demokratischen Land in Europa 

Überwiegend weiße, männliche, rechtsextremistische Menschen haben das Office der Organisatoren der Tiflis Pride, in Georgien, gestürmt und zwei Tage lang LGBTQ+-Aktivisten und ca. 50 Journalisten verfolgt und brutal verprügelt.

Dann wurde die Pride-Parade abgesagt und eine Menge Menschen (die einen sagen hunderte, andere sagen Tausende) gingen, aus Solidarität, am nächsten Tag mit der LGBTQ+-Community auf die Straßen und machten es dennoch zu einer inoffiziellen Pride-Parade.

Was sagt die Regierung dazu?

Der Präsident von Tiflis, Kacha Kaladse, und Georgiens (erste weibliche) Präsidentin, Salome Zourabichvili, unterstützten die LGBTQ+-Opfer und Journalisten. Jedoch macht der mächtigste Mann des Landes, Premierminister Irakli Garibashvili, die LGBTQ+-Community für alles verantwortlich, indem er in einer Kabinettssitzung sagte, dass es „inakzeptabel für so viele Menschen im Land ist“ queer zu sein. Es wird allerdings eine Untersuchung der Angriffe geben sagt das Innenministerium.

Warum das wichtig ist: Das sollte die erste offizielle Pride-Parade (ein sehr sichtbar unterstützendes Event für die Menschenrechte der Mitglieder der LGBTQ+-Community) in der Geschichte dieses kleinen, aber sehr stolz demokratischen Landes, im Südkaukasus, werden. Wie Maria Sjödin, Stellvertretende Exekutivdirektorin von OutRight International, sagte: „Pride Events sind ein Lackmustest für Demokratien“. Die LGBTQ+-Community hatte hier schon immer eine sehr schwere Zeit. Viel Missbrauch und Gewalt. Der größte Teil des Landes ist orthodox und gegen sie.

Bring mehr Vielfalt in deinen Feed

Folge den Aktivitäten der OutRight Action International, eine Menschenrechtsorganisation, die seit 30 Jahren für die LGBTQ+-Community weltweit kämpft. Sie haben vor kurzem Pride Around the World, eine erste Serie jährlicher Berichte über Pride auf der ganzen Welt und über die Hindernisse, auf die sie stoßen, veröffentlicht.

  • Einige Highlights dieses Berichtes:
    • 102 Länder veranstalten Pride Events
    • Acht Länder haben ihr erstes Pride Event in den letzten 3 Jahren veranstaltet (Eswatini, Guyana, Mikronesien und Nordmazedonien in 2018; und Angola, Botswana, St. Lucia und Bosnien und Herzegowina in 2019).
    • An vielen Orten, auch an denen mit einer langen Geschichte an Pride Events, finden vermehrt Angriffe statt

Mittlerer Osten

Die Frauen in Afghanistan greifen, gegen die Taliban, zu Waffen

Frauen in ganz Afghanistan setzen jetzt ein Statement gegen die Taliban – Don’t f**k with us. Letzte Woche marschierten sie durch das Land, größtenteils in der Provinz Ghor, hatten Waffen bei sich und sangen Anti-Taliban Slogans. Warum? Frauen dort, sind jetzt nochmal mehr verängstigt, da die Taliban Kontrolle über große Teile des Landes übernehmen, seit ausländische Truppen gesagt haben: „Bye, wir sind bald weg.“

  • Refresher: Ein 20-Jahre-langer Krieg zwischen den Truppen – überwiegend aus den Vereinigten Staaten, Kanada und dem Vereinigten Königreich – und den Taliban, eine ultra-konservative islamistische militante Gruppe, wird zum 31. August „enden“.

Wo steht das Land?

Also, es sieht nicht gut aus. Die Taliban sagen, sie haben 85% des Landes wieder unter ihrer Kontrolle. Afghanische Truppen sind so besorgt, dass im Land wieder ein Bürgerkrieg ausbricht, dass einige Tausende in das benachbarte Tadschikistan geflohen sind.

Warum das wichtig ist: Als die Taliban zwischen 1996 und 2001 an der Macht waren, hatten afghanische Frauen eigentlich keine Rechte, was bedeutet, dass sie nicht zur Schule gehen durften, keine Jobs bekommen konnten, kein Make-up tragen durften und Hausarrest hatten, solange sie nicht mit ihren männlichen Verwandten unterwegs waren. Sie haben für ihre Rechte gekämpft, als die Taliban nicht mehr an der Macht waren. Dieser Progress könnte nun komplett verloren sein.

Schau doch mal anders auf Afghanistan: Folge doch der Frauenrechts-Aktivistin und Politikerin Fawzia Koofi. Sie ist eine der ersten Frauen im sogenannten Kriegsraum während den Friedensgesprächen zwischen den USA, den Taliban und dem afghanischen Militär. Die Taliban haben auch schon einmal versucht sie zu töten. Letzte Woche schrieb sie einen Artikel in der Financial Times, über den Einfluss des langen Krieges.

Highlight Zitat: „Wenn es keinen krieg gäbe, hätte ich Ärztin sein können. Meine Töchter hätten Ingenieurinnen, Unternehmerinnen oder politische Führerinnen werden können. Die Träume vieler Afghanen wurden zu Alpträumen während dieses langen Konfliktes.

Afrika

Aussprache gegen die „Vergewaltigungskultur“ in Senegal nach zwei hochkarätigen Fällen

Vergangene Woche sagten ein Dutzend von Frauen in Dakar, Senegal: „Wie haben es satt, dass Leute mit Vergewaltigungen davonkommen“ in diesem Land. Sie protestierten und „wollen Gerechtigkeit“ für ein 15-jähriges Mädchen, namens Louise (Nachname unbekannt).

Was ist mit Louise geschehen?

Sie wurde im Mai, von dem Sohn eines berühmten Journalisten, vergewaltigt. Er hat von der Vergewaltigung sogar ein Video in den sozialen Medien geteilt (ja, what the actual f**k). Der Hashtag #JusticePourLouise ist viral gegangen. Die Menschen sind wirklich sauer, dass die Polizei sich einen Monat Zeit gelassen hat, bevor sie den Angeklagten bestraften. Sie fordern die Regierung dazu auf, Frauen mehr safe spaces, wie z.B. Unterkünfte oder sogar finanzielle Unterstützung, zur Verfügung zu stellen, um sich vor der Gewalt schützen zu können.

Erzähl mir über den anderen Fall

Im Februar wurde ein renommierter Politiker, Ousmane Sonko, dafür angeklagt eine Massagesalon-Mitarbeiterin vergewaltigt zu haben. Tausende Menschen protestierten (für und gegen ihn), als er dann einen Monat später schlussendlich verhaftet wurde. Leider ist die Liste der Frauen, die von sexuellem Missbrauch in Senegal betroffen sind, sehr lang. Im Mai wurden auch zwei andere Frauen – eine in Louga, eine in Dakar – vergewaltigt und dann ermordet.

Warum das wichtig ist: Vergewaltigung war in Senegal bis 2020 kein wirkliches „Verbrechen“. Heute sind Vergewaltigung und Pädophilie mit einer lebenslangen Haftstrafe belegt, aber Aktivisten sagen, dass das Gesetz „ein bisschen zu spät“ eingeführt wurde und davon nicht wirklich Gebrauch gemacht wird.

Südamerika

Es ist wirklich gefährlich in Caracas Arbeitervierteln, in Venezuela, zu leben

Wieder einmal habe ich die venezolanische Journalistin Gabriela Mesones Rojo, eingeladen, um zu dieser Ausgabe (und unserer Decolonize WeeklySpotify Playlist) etwas beizutragen. Sie hat meine Aufmerksamkeit auf ein wirklich unterrepräsentiertes Thema gelenkt: Es ist zurzeit wirklich gefährlich in einigen Arbeitervierteln in Caracas zu leben, gerade wenn man arm ist.

 Letzte Woche bekämpften sich wieder mal Tausende Polizisten in Caracas, Venezuela, und so genannte mega gangs (große Gruppen bewaffneter Leute), über ganze drei Tage. Mindestens 20 Menschen sind bis jetzt gestorben.

Warum bekämpfen die sich?

Sie kämpfen beide für Macht und Einfluss in vielen Arbeitervierteln in der Hauptstadt. Bis jetzt sind sieben Viertel unter der Kontrolle einer mega gang, angeführt von einem Typen namens El Koki (Er hat ein Kopfgeld auf sich: 500.000 US-Dollar). Er will seine Macht nun in andere Teile der Stadt ausbreiten und die Regierung möchte das stoppen.

Dig deeper: Daisy Galaviz schrieb diesen exzellenten langen Bericht über diese „mega gangs“. „Grob gesagt haben die mega gangs die Szene betreten, als die Policía Metropolitana in Caracas aufgelöst wurde“. Was bedeutet, dass die meisten ihrer Mitglieder ehemalige Polizisten sind.

Warum das wichtig ist: Mindestens 700.000 Menschen stehen zwischen der Gewalt beider Parteien. Dennoch gibt es davon überhaupt keinen Mucks in den traditionellen Medien des Landes.

Es sieht so aus, als würden die mega-gangs „gewinnen“, weil immer mehr Menschen sich denken: „Why the f*ck sollte ich der Regierung vertrauen? Die können uns nicht beschützen“.  Letztendlich hat die Regierung , zwischen 2016 und 2021, mehr als 20.000 Menschen getötet. Die Regierung sagt dazu nur so etwas, wie: „Wen auch immer wir töten ist vermutlich Mitglied einer Gang oder es ist Selbstverteidigung“.

Andererseits kommen die mega gangs auch mit Entführungen, Mord, Erpressung, Autoentführungen und Drogenhandel davon. Plus, Venezuela macht als ganzes Land gerade auch sehr viel durch – politisch, wirtschaftlich und humanitär. Aufgrund dessen haben mehr als 5,6 Millionen Menschen das Land verlassen, was das zu der größten Migrationskrise in Lateinamerikas jüngster Geschichte macht.

Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

  • China: Gute Neuigkeiten! Der große Panda ist nicht mehr vom Aussterben bedroht.
  • Geschichte: Letzte Woche fand ein Andenken an das Massaker von 37 (überwiegend) Aleviten, vom 2. Juli 1993 in Sivas, Türkei, und an das Massaker von über 8.000 Bosniaken (bosnische Muslime) vom 11. Juli 1995, und den darauffolgenden Tagen, in Srebrenica, Bosnien und Herzegowina, statt. By the way: das ist Europas größtes Massaker seit dem zweiten Weltkrieg.
  • Island: Das weltweit größte „4-Tage-Arbeitswoche“-Experiment in Island ist zum Ende gekommen. Das Ergebnis? „Super erfolgreich“.
  • Nigeria: Es gab erneut eine Massenentführung in einer Schule. Mindestens 150 Schüler werden vermisst. (Ich verspreche in den nächsten Wochen noch genauer hierüber zu berichten.)
  • Eswatini: Mindestens 27 Menschen wurden ermordet, während/weil sie sich für Demokratie, in Afrikas letzter Monarchie, einsetzten.
  • Pornografie: Nach 13 Jahren wird nun XTube, eine sehr große Pornografie-Seite, am 5. September, gesperrt. Das ist ein großer Sieg für Aktivisten gegen Menschenhandel und sexuellen Missbrauch.

Und eine gute Nachricht zum Abschluss

Vor zehn Jahren veröffentlichte die Satire-Nachrichten-Seite The Onion einen Artikel mit dem Titel „Die USA schlüpfen, mitten in der Nacht, leise aus Afghanistan heraus“.

Letze Woche wurde dieser Artikel dann zur Realität. AP berichtet, die „USA haben den afghanischen Flugplatz verlassen und dem neuen Kommandanten nichts davon erzählt.“

Danke an Twitter-User SIGSYS für dieses Juwel einer historischen Gegenüberstellung.

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What happened last week? (3)

What happened last week? (3)

What happened last week?

1.   Polizeigewalt

2.   Demokratie

3.   Rassismus

4.   Umwelt

5.   Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Polizeigewalt

Polizeigewalt in Brasilien und Tunesien

Letzte Woche wurde in Brasilien eine 24-jährige, schwangere, afroamerikanische Frau namens Kathlen Romeu „aus Versehen“ umgebracht, als die Polizei nach einer verdächtigen Drogen-Gang in Rio de Janeiro gesucht hat.

Erzähl mir mehr

Romeu war eine Innenarchitektin und auch beliebt auf Instagram. Gerade mal paar Stunden bevor sie von einer Kugel getroffen wurde, sprach Sie mit ihren 20.000 Followern (mittlerweile sind es fast 55.000) über Babynamen. Sie besuchte ihre Großmutter in einem Vorort von Rio, der Favela Lins de Vasconcelos. Dieses „Polizei-bringt-Menschen-in-Favelas-um“-Ding, passiert relativ häufig. Romeu war, seit 2017, sogar die die sechste Schwangere Frau, die von einer „Ausreißer“-Kugel getroffen wurde.

Was meinst du mit „das passiert relativ häufig“?

Die Polizei geht in Favelas, aka Arbeiterviertel, um nach Kriminellen zu suchen. Und das Ergebnis davon ist, dass sehr oft unschuldige Menschen dabei sterben. Allein zwischen Januar und März sind 404 Menschen umgebracht worden.

Warum das wichtig ist: Ca. 12 Millionen Menschen leben in Favelas. Dort leben überwiegend Afro-Brasilianer. Aber es findet auch sehr viel Drogen- und Polizeigewalt statt; und die UN nennen das, was dort passiert „Menschenrechtsverletzungen“.

Dig Deeper: 2016 publizierte „Vox“ diese 9-minütige Mini-Dokumentation darüber, wie die Lage in diesen Favelas ist. Einige von ihnen sind sehr reich an Kultur und einzigartig; schau dir doch mal diese Malerei von Rios berühmtesten Favela-Künstler, Domingos Cardoso da Silva, an.

In Tunesien wurde ein 32 Jahre alter Mann, namens Ahmed Ben Ammar, in Polizeigewahrsam ermordet (anscheinend, weil er Marihuana geraucht hat) und ein 15 Jahre alter Junge wurde in einem viralen Video von der Polizei in den zwei Arbeitervierteln Sidi Hassine und Sejoumi, in der Landeshauptstadt Tunis, verprügelt.

Erzähl mir mehr:

Nun sind hunderte von Menschen in diesen Vierteln auf die Straße gegangen, um gegen Polizeigewalt zu protestieren und um eine Reform zu bitten. Der Fotojournalist Yassine Gaidi ist gerade in Tunis, um die Stimmung dort einzufangen; es ist sehr verrückt. Die Polizeibeamten, die auf dem Video zu sehen sind, wurden festgenommen und in der Zwischenzeit hat der Präsident, Kais Saied, Sidi Hassine besucht und sagte, dass das „Einzelfälle“ sind, aka „die gesamte Polizei dort hat kein Gewaltproblem“.

Warum das wichtig ist: Wie auch auf der ganzen restlichen Welt, ist Polizeigewalt ein großes Problem in Tunesien. Diese „Einzelfälle“ geschehen immer wieder. Erinnerst du dich an die ganzen demokratischen Rechte, für die Tunesien 2011 gekämpft hat? Jetzt wundern sich die Menschen und fragen: „Wo war der Sinn davon, wenn ihr immer noch eure Macht missbraucht?“ Zudem betrifft das die 11,7 Millionen Menschen, die in Tunesien leben.

Refresher: Throwback to 2011, als der Tod des 26 Jahre alten Mohammed Bouazizi die tunesische Revolution gestartet hat, das Land in eine Demokratie verwandelte, den damaligen Präsidenten Ben Ali, nach 23 Jahren an der Macht, zwang abzutreten und den „Arabischen Frühling“ startete.

Demokratie

Wieder Mal Proteste gegen die nigerianische Regierung und die Aufforderung, an den Präsidenten, abzutreten

Am 12. Juni, auch bekannt als „Democracy Day“, gingen viele Menschen in ganz Nigeria auf die Straße, um gegen die Regierung zu protestieren. „Ihr trefft schlechte Entscheidungen und Präsident Muhammed Buhari soll zurücktreten“, sagten sie. „Und warum hat der Präsident bitte Twitter in Nigeria verboten?“

Gut zu wissen: Democracy Day“ ist ein großer Tag in Nigeria. An diesem Tag, in 1933, wurde Moshood Kashimawo Abiola zum Präsidenten gewählt. Allerdings ist das nicht gut ausgegangen. Die Militärregierung war so: „Nah, wir sind jetzt an der Macht“ für sechs Jahre, bis das Land 1999 wieder zu ziviler Herrschaft zurückkehrte. Ein wenig ironisch, dass Buhari den 12. Juni als „Democracy Day“ wählte, nachdem er Präsident geworden ist, um Abiola und andere Helden des Kampfes zu ehren.

Warum das wichtig ist: Erstens leben mehr als 200 Millionen Menschen in Nigeria. Hinzu kommt, dass dieser Protest der größte seit Oktober, letzten Jahres, war. Das war, als ein anderer Protest (Die sogenannte #EndSARS-Bewegung, unter anderem angeführt von der 22 Jahre alten Frau Rinu Oduala) der größte regierungsfeindliche Protest, in der modernen Geschichte Nigerias, wurde.

Erzähl mir mehr

Der Protest begann sehr friedlich, aber endete sehr hässlich, als die Polizei anfing Tränengas in Lagos, der Hauptstadt Abuja und anderen Städten im Land, zu versprühen. Es gab Proteste in Ibadan, Oshogbo, Abeokuta und Akure, und überall im Südwesten Nigerias, auch. Zusätzlich auch noch auf anderen Orten der Welt, wie: New York City (USA) und Amsterdam (Niederlande). Sogar der Mitgründer und CEO von Twitter, Jack Dorsey, trat digital bei, indem er die nigerianische Flagge postete.

Apropos, der nigerianische Präsident hat vor kurzem entscheiden Twitter endgültig zu verbieten, nachdem das Social-Media-Unternehmen einen seiner Tweets löschte. „Ich möchte Falschinformationen daran hindern, sich zu verbreiten“, oder so, sagte Bahari. Natürlich war der damalige US-Präsident, Donald Trump, der Meinung, das sei ein „guter Zug“. Ab sofort können ungefähr 40 Millionen Menschen nicht mehr länger auf die Seite zugreifen. „Das ist ein direkter Angriff unserer Meinungsfreiheit.“

Dive deeper: Der, in Abuja ansässige, Journalist Basil Abia schrieb einen Blog-Artikel darüber, „wie wir gegen Buhari protestieren sollten“. Er schreibt: „Wenn wir uns nicht wehren, werden wir uns anpassen und normalisieren; wenn wir das weiterhin tun, werden wir unsere Demokratie verlieren und zum größten Faschisten-Regime, welches das heutige Afrika je gesehen hat, übergehen.“

By the way, weißt du wie man Nigerianisches Pigdin spricht? Hier sind einige Redewendungen, die du kennen musst. Frag dein nächstes Tinder-Date also einfach „Wie weit?“, anstatt „Wie geht’s?“. Oder sende ihm/ihr doch diesen BBC Artikel über die Proteste in Nigeria auf Pigdin.

Rassismus

Antimuslimische Gewalt in Kanada

Letzte Woche ging eine muslimische Familie auf einen Spaziergang in einer ruhigen Nachbarschaft in London, Ontario, Kanada und vier Menschen wurden von einem weißen Mann ermordet. Er überfuhr sie mit seinem Truck, einfach nur, weil „sie Muslime waren“, sagte die Polizei. Nur der 9 Jahre alte Sohn überlebte. Nach dem Angriff versammelten sich rund 20.000 Menschen, inklusive Premierminister Justin Trudeau, in einer lokalen Moschee.

Erzähl mir mehr über die Familie

Die vier Menschen, die gestorben sind, waren Madiha Salman, eine 44 Jahre alte Frau, die an ihrer Dissertation im Bereich der Umwelttechnik arbeitete, ihr Ehemann Salman Afzaal, ein 46-jähriger Physiotherapeut, der mit Senioren arbeitete, ihre 15 Jahre alte Tochter Yumna Afzaal, Schülerin mit Auszeichnung und Künstlerin, sowie Salman’s 74 Jahre alte Mutter Talat Afzaal. Sie sind vor 14 Jahren aus Pakistan nach Kanada gekommen.

Warum das wichtig ist: Der Angriff hat eine sehr wichtige Konversation in den Medien ausgelöst: „Islamophobie lebt und in diesem Land müssen wir mehr dafür tun, diese zu stoppen.“ Fakt ist, antimuslimischer Hass und weiße Vorherrschaft existieren in Kanada und bedeutet große Gefahr, für viele Menschen.

Wie gefährlich? Gib mir zahlen.

Klar doch.

  • Hassverbrechen gegen Muslime stiegen in 2019 auf 181 an.
  • 2017 ermordete ein weißer Mann sechs Mitglieder einer Moschee in Québec City.
  • Es gibt mehr als 300 aktive rechtsextreme Gruppen und über 6.600 online-Plattformen in Kanada, die weiße Vorherschafft, oder rechtsextremen bullsh*t, propagieren.
  • 2019 gab es eine Umfrage, bei der festgestellt wurde, dass sehr viele Kanadier (40%) glauben, dass zu viele „Minderheiten“ in das nordamerikanische Land kommen.

Was denken die Menschen in Kanada über den Vorfall?

Im Großen und Ganzen sagen die Menschen: „Wir müssen diesen Hass stoppen. Aber zuerst müssen wir herausfinden, woher dieser antimuslimische Hass überhaupt kommt. “  Einer der Gründe könnte ein Gesetz in Québec sein, welches „Bill 21“ heißt und „religiöse Symbole“ an manchen Arbeitsplätzen verbietet. Obwohl im Gesetz gar nicht spezifiziert wird, welche Religion und Québecs Premier sagt: „hey, wir sind keine Rassisten“, wiederholt ein großer Teil der muslimischen Gemeinde ständig: „Das ist antimuslimischer Hass und muslimische Frauen, die einen Hijab tragen, werden nun noch mehr ausgegrenzt.“ Aber da gibt es noch viele andere Gründe.

Du möchtest helfen?

Du kannst hier spenden und helfen das Ziel zu erreichen 1 Millionen CAD$ zu sammeln, um Fayez, den 9-jährigen Überlebenden, oder den „National Council of Canadian Muslims“ zu unterstützen.

Deutschland

Das Land hat ebenfalls (und hatte schon für lange Zeit) mit Rechtsextremismus zu tun, gerade innerhalb der Polizei. Letzte Woche entschied die Frankfurter Polizei, dass ihr Spezialeinsatzkommando (SEK) aufgelöst und reformiert werden soll (was auch immer das heißen mag), weil herausgekommen ist, dass 17 von den Beamten zwischen 2016 und 2017 in rechtsextremen Chat-Gruppen aktiv waren und drei der Aufsichtsbeamten davon wussten, aber nichts dagegen getan haben. Gegen alle 20 wird nun ermittelt.

Wie hat die Polizei davon erfahren?

Die Polizei untersuchte das Handy eines Beamten, der unter Verdacht stand Kinderpornografie zu besitzen und zu verbreiten, und ist dabei auf die Chat-Gruppen gestoßen

Rechtsextremismus ist immer noch ein Ding in Deutschland?

Jap. Rechtsextremismus bei der Deutschen Polizei und dem Militär gibt es sehr häufig. Besonders schwerwiegend ist das in Hessen (das Bundesland, in dem Frankfurt liegt). Der Polizei-Chef dort, musste sogar zurücktreten, nachdem die Computer der Polizei dafür verwendet wurden (man weiß nicht genau von wem), um Adressen Prominenter zu finden und ihnen Morddrohungen Briefe und E-Mails zu senden. Und dann gibt es da noch den Fall Franco A. und so viele mehr. Zudem ist Rechtsextremismus auch noch ein Part der Politik des Landes (seit 2017), mit der ersten rechtsextremistischen Partei im Deutschen Bundestag, seit dem zweiten Weltkrieg.

*extrem nervöses Lachen einer farbigen Person, die jetzt gerade in Deutschland lebt*

Warum das wichtig ist: Ein rassistischer Rechtsextremist ermordete, am 19. Februar 2020, zehn Menschen in Hanau (eine etwas kleinere Stadt in der Nähe von Frankfurt. Ich habe dazu beigetragen, indem ich einen Podcast über diesen Tag gemacht habe.) Und das ist auch noch nicht alles: Mehr als 200 Mensch wurden, seit 1990, von Rechtsextremisten getötet. Das ist der Grund dafür, weshalb sich viele (farbige) Menschen in Deutschland unsicher fühlen. „Wie kann die Polizei uns vor Rechtsextremismus schützen, wenn wir immer wieder von Rechtsextremismus, bei der Polizei und im Militär selbst, herausfinden?“

Umwelt

In Ghana wurden, an nur einem einzigen Tag, fünf Millionen Bäume gepflanzt – Dieser Tag wird jetzt „Green Ghana Day“ genannt

Letzte Woche wurden in Ghana fünf Millionen Bäume an einem Tag gepflanzt, um den verlorenen Wald nachwachsen zu lassen und gegen den Klimawandel anzukämpfen. Ab jetzt wird der 11. Juni als „Green Ghana Day“ bekannt sein.

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Die Regierung gab sieben Millionen Sämlinge kostenlos an Parks, Schulen und Unternehmen aus, sowie Pflanz-Sets, die in Einkaufszentren im ganzen Land ausgegeben wurden. Sogar Ghanas Präsident, Nana Akufo-Abdo, pflanzte einen Gedenkbaum, einen Paolo Santo, im Garten des Jubilee House (Ghanas „Weißes Haus“), in der Hauptstadt Accra. „Das müssen wir jedes Jahr so machen“, sagte er.

Gut zu wissen: Die benachbarte Elfenbeinküste machte letztes Jahr etwas sehr Ähnliches. Sie verlieren nämlich Bäume aufgrund von Kakao. Die Elfenbeinküste ist der weltweit größte Produzent für Kakao. Ja, das bedeutet zwar sehr viel Geld, aber auch sehr viel weniger Bäume und Tiere.

Wie schlimm ist die Wald-Situation?

Sehr schlimm. Farmer ziehen immer weiter in die Wälder, aber dann ist da noch illegaler Bergbau und die Abholzung.  Diese ist in Ghana besonders schlimm; es ist eines der tropischen Länder mit der höchsten prozentualen Rate des Regenwaldverlustes auf der Welt. Wissenschaftler sagen: „Wenn wir nichts dagegen tun, könnten Ghanas Wälder in 25 Jahren komplett verschwinden.“

Warum das wichtig ist: Wir schauen immer noch auf den Amazonas Regenwald und speziell darauf, was Brasilien (nicht) dafür tut, um ihn vom Waldsterben zu bewahren. Jedoch verliert kein anderer Kontinent so viele Bäume, außer Afrika. Da gibt es auch noch andere Wälder, wie z.B. die Atewa Range in Ghana (eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen Afrikas), die unsere Aufmerksamkeit brauchen.

Die Elefanten in China machen gerade eine echt harte Zeit durch

Eine Gruppe von 15 wilden Elefanten wanderten sehr nah an die Stadt Kunming, China, und Wissenschaftler wissen nicht warum.

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Die Elefantengruppe verließ vor über einem Jahr eine Naturreserve in der Region Xishuangbanna, an der chinesischen Grenze mit Myanmar und Laos, und wanderte seitdem schon mehr als 480 km. Hunderte von Menschen und Drohnen sind nun damit beschäftigt sicherzustellen, dass die Elefanten nicht noch weiter in die Stadt, mit rund sieben Millionen Einwohnern, gehen. Obst und Gemüse werden als Köder verwandt.

Welche ist die beste Annahme der Wissenschaftler?

„Also, sie entfernen sich von Gefahren. Elefanten, wie auch wir Menschen, bewegen sich an Orte, an denen sie leicht Futter und Wasser bekommen. Und sie bewegen sich in Richtung „besserer Tinder-Matches und weniger Konkurrenz“ aka haben auch soziale Aspekte dafür.“ Es wird vermutet, dass das Naturschutzgebiet, aus dem sie kamen, einfach nur zu „überfüllt“ war. Aber es besteht auch noch die Vermutung, dass Menschen hier die bad guys und girls sind. Wie immer. *Hust*

Warum das wichtig ist: Elefanten auf der ganzen Welt sind eine „gefährdete Spezies“ und, dass sie sich so weit von ihrem Habitat entfernen, muss auf jeden Fall genauer betrachtet werden.

Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

  • Letzte Woche starb David Dushman. Er war der letzte Überlebende Befreier des Nazi Todeslagers Auschwitz, Polen, wo rund 1,1 Millionen Menschen, während des zweiten Weltkriegs, gestorben sind.

  • Die Vereinten Nationen und die Internationale Arbeitsorganisation haben einen neuen Bericht veröffentlicht: Ca. 160 Millionen Kinder weltweit, wurden im Jahr 2020 zu Kinderarbeit gezwungen (auch zu gefährlicher Arbeit, wie Bergbau und Landwirtschaft) und die Pandemie (welche eine höhere Armut bedeutet) könnte die Dinge noch verschlimmern. Falls du es bis jetzt noch nicht schon selbst erraten hast: Es arbeiten weniger Kinder in Europa und Nordamerika, als sonst überall.

  • Wir haben schon mal darüber geredet und wir werden es wieder tun: Die Hazara, eine Ethnie in Afghanistan, ist in Gefahr und die Regierung macht nicht viel, um sie davor zu schützen. Letzte Woche hat die ISIS (so behaupten sie zumindest) wieder mal 10 Menschen in Baglan umgebracht. Zeugen berichten, dass die Angreifer speziell Hazara Schia umbringen wollten. Die Situation im Land selbst ist sehr angespannt, da Friedensgespräche, zwischen den Taliban und der Regierung des Landes, immer noch nicht gut aussehen und selbst das ausländische Militär verzieht sich (die Deutschen fliegen sogar ihr Bier wieder nach Hause).

  • In anderen, aber verwandten, Nachrichten wurden vier junge Hazara Asylsuchende, in Griechenland, jeweils zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil sie dafür angeklagt wurden das Feuer gestartet zu haben, welches im vergangenen Jahr das Flüchtlingslager Moria, das größte Migrantenlager Europas, zerstörte. Die Verteidigung sagt, die Verhandlung sei unfair, da nur ein einziger afghanischer Asylsuchender gesagt habe „die haben das getan“. „Er könnte es ihnen angehangen haben, da sie Hazara sind“, sagt die Verteidigung.

Und eine gute Nachricht zum Abschluss

Letzte Woche entschied sich Nord-Koreas Kim Jong-un, K-Pop, einen „bösartigen Krebs“ zu nennen.

Er hasst diese Musikrichtung so sehr, dass es sogar wirklich Gesetze gibt, die einen ins Gefängnis schicken, um schwere Arbeit, für mehr als fünf Jahre, zu verrichten, wenn man auch nur irgendeine südkoreanische Popkultur konsumiert.

Wir sind ein wenig überrascht: Weiß Kim Jong-un etwa nichts von der Power der BTS army?

By the way, Simi hatte Tickets für ein BTS Konzert in Toronto, bevor das alles aufgrund von Corona abgesagt wurde. Erwähn das also nicht. Sie ist immer noch am Boden zerstört.

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What happened last week? (3)

What happened last week? (2)

What happened last week?

1. Andenken an die Ungerechtigkeit

2. Kultur

3. Rassismus in Großbritannien

4. Lateinamerika

5. Afrika

6. Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Andenken an die Ungerechtigkeit

Die Menschen gedenken der Ungerechtigkeit gegen Juden im Irak, Muslime in Bosnien und Herzegowina und Sikhs in Indien

Am 01.06 und 02.06.1941, massakrierten Nazi-Araber rund 180 Juden in Bagdad, Irak. Dieses Ereignis ist auch als „Farhud“ (arabisch für: „gewalttätige Enteignung“) bekannt.

Wusstest du, dass 1947 ca. 150.000 Juden im Irak lebten?

Näher hingeschaut: Letzte Woche veranstaltete „United Synagogue“ (die größte Synagogen Vereinigung Europas) ein online Gedenkveranstaltung, zeigten Beweise der Überlebenden und sprachen mit Juden über ihre Kindheit im Irak. Auch die kurdische Nachrichten-Seite „Rudaw“ sprachen letztes Jahr mit Farhud-Überlebenden.

Am 01. Juni 1984, attackierte das indische Militär eine heilige Stätte der Sikh (in der Anlage des goldenen Tempels), in Amritsar, Punjab. Der Angriff trug den Code-Namen „Operation Blue Star“. Das alles war dafür, um einen Mann namens Jarnail Singh Bhindranwale festzunehmen. Viele glauben, dass rund 20.000 Menschen ermordet wurden.

Dig deeper: Lies doch mal „Lost in History: 1984 Reconstructed“ von Dr. Gunisha Kaur. Ein Sachbuch eines Sikh-Flüchtlings, mit sehr vielen Augenzeugenberichten zu den Ereignissen, die damals in Punjab passiert sind. Lerne außerdem die Autorin, in diesem 3-Minuten-Video kennen. Sie lebt mittlerweile in den USA und lehrt Ärzte, wie man, im Ausland geborenen Patienten, behandelt.

Am 01. Juni 1992, massakrierte das serbische Militär 684 Muslime in Bosnien und Herzegowina. Dieses Ereignis ist auch bekannt als das „Massaker von Bijeli Potok“. Bis zum heutigen Tag, wurden die Überreste von 245 Opfern noch nicht gefunden, andere wurden in Massengräbern entdeckt.

Erinnerung: Am 08.06.2021 wird der „Internationale Residualmechanismus für die Ad-hoc Strafgerichtshöfe“ ein Urteil gegen Ratko Mladić, auch bekannt als der „Schächter von Bosnien“, aussprechen. Er ist verantwortlich für den Genozid an Muslimen in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992-1995. Ungefähr 100.000 Menschen sind gestorben.

Kultur

Frankreich soll gestohlene Kunst wieder an Nepal zurückgeben

Diese Woche sollte in Paris, Frankreich, 600 Jahre alte religiöse Kunst aus Nepal, die vor 40 Jahren gestohlen wurde, bei einer Auktion, für bis zu 5.000 Euro, versteigert werden. Im Endeffekt wurde sie es nicht und nepalesische Aktivisten meinen nur: „Es ist Zeit sie zurück zu geben.“

Erzähl mir mehr über die Kunst

Es sind fünf (von 12 anderen gestohlenen) Figuren aus Gold, die an die Tür des Taleju Bhavani Tempels in Patan, einem UNESCO-Weltkulturerbe im Himalaya, gehören.

Der Diebstahl und die Auffindung, wurden erstmals von der Facebook-Initiative nepalesischer Bürger „Lost Arts of Nepal“ gefilmt.

Gibt es da noch mehr gestohlene Kunst, die eigentlich Nepal gehört?

Oh ja, sehr viel sogar. Aber es sieht danach aus, dass die Regierung langsam alles wiederbekommt. Im April kam eine 800 Jahre alte „Laxmi-Narayan“-Figur aus den USA wieder zurück nach Hause. Sie wurde vor ca. 40 Jahren aus Patko Tole gestohlen. Seitdem wurden auch vier andere Statuen von Sammlern und Museen in den USA, wieder an Nepal zurückgegeben.

Warum das wichtig ist: Wie Emiline Smith (sie lehrt Kriminologie an der University of Glasgow) in einem Interview mit der „Nepali Times“ sagte: (Ich formuliere ein wenig um) „Kolonialismus hat so viel von der Kultur und der Kunst unglaublich vieler Länder auf der ganzen Welt gestohlen. Nun fordern diese Länder aber ihr kulturelles Erbe wieder zurück und es fühlt sich an, als würde die „Repatriierungs-Debatte“ hiermit weitergehen.“

Noch ein paar weitere nepalesische Nachrichten: Das Land im Himalaya hat eine der höchsten Coronavirus-Inzidenzen der Welt. Deren Gesundheitssystem ist überlastet, was bedeutet, dass Krankenhäuser keine freien Betten mehr haben und die Regierung sagt: „Es gibt keinen Impfstoff mehr.“

Warum das wichtig ist: Die meisten Abonnenten des Newsletters leben in Europa und Nordamerika und kehren zu einem gewissermaßen „normalen Leben“ zurück. Aber die Gefahr der Impfstoff-Apartheid (was bedeutet, dass wohlhabende Nationen und Gruppen Impfstoff bekommen, während andere keinen bekommen) ist wirklich nicht zu unterschätzen.

Wenn du dein nächstes Mittagessen spenden möchtest, kannst du UNICEF helfen, Pflege für mehr Kinder in Südasien bereit zu stellen.

Rassismus in Großbritannien

„Farbigen Immigranten und Ausländern“ wurden Büropositionen im Buckingham-Palace, Großbritannien, verboten

„The Guardian“ fand heraus, dass die britische Königsfamilie Menschen, die nicht „weiß“ aussahen, verboten hat klerikale Funktionen im königlichen Haushalt zu übernehmen. Das geschah bis mindestens Ende der 60er Jahre (vielleicht auch länger, das weiß man noch nicht so genau). Zudem bestehen immer noch Gesetze, die ihnen erlauben Menschen aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Rasse zu diskriminieren.

Erzähl mir mehr über diese Gesetze

Also, das wirft auf jeden Fall kein gutes Licht auf die Königsfamilie. Damals, in den 70ern, als die britische Regierung ihre ersten Gesetze zur Rassen- und Geschlechtergleichstellung veröffentlichte, haben die Queen und ihr Haushalt die Dinge so gedreht, dass die Gesetze nicht für sie gelten.

Was bedeutet das jetzt genau?

Frauen (und andere Geschlechter) und ethnische Minderheiten, welche für die Königsfamilie arbeiten, dürfen nicht klagen, wenn sie glauben, dass sie diskriminiert werden. Stattdessen müssen sie erst zur Innenministerin.

Warum das wichtig ist: „Wie rassistisch ist die britische Königsfamilie (jetzt noch)?“ war Thema jeder Debatte, nachdem Meghan Markle (das Erste gemischtrassige Familienmitglied) und Prinz Harry das „Interview of The Decade“ mit Oprah Winfrey, vor ungefähr zwei Monaten, führten. Jetzt kommt genau diese Frage wieder auf.

Lateinamerika

Der Präsident von Brasilien könnte seinen Job verlieren, weil wirklich viele Menschen sauer auf ihn sind

Hunderttausende von Menschen sind, in über 200 Städten Brasiliens, auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt des Präsidenten zu fordern, weil „er ein schrecklicher Leader gewesen ist.“

Warum das wichtig ist: Rund 211 Millionen Menschen leben in Brasilien (Stand: 2019). Es ist Südamerikas größtes Land und das fünftgrößte Land der Welt.

Was hat er gemacht?

Mehr, als 460.000 Menschen, starben in Brasilien am Coronavirus (eine der schlimmsten Sterberaten der ganzen Welt; ca. 2.000 Menschen sterben jeden Tag daran). Protestanten machen den Präsidenten des Landes, Jair Bolsonaro (seit 2019 im Amt), dafür verantwortlich. Von Anfang an, nannte er das tödliche Virus, für das wir erst vor kurzem einen Impfstoff bekommen haben, eine „kleine Grippe“. Jetzt hat er sogar Pläne dafür veröffentlicht, den Copa Ámerica (ein riesen Fußballturnier) durchzuführen. Also ist es kein Wunder, dass Statistiken zeigen, dass mehr als die Hälfte der in Brasilien lebenden Menschen seinen Rücktritt fordern.

Lies doch mal dieses (portugiesische) Meinungsstück von Juca Kfouri, einem der erfolgreichsten brasilianischen Sportreporter, in dem er sagt, dass das Turnier besser „Cova América“ heißen sollte, also „Grab von Amerika“.

Sind die Proteste groß genug, damit er aufhört?

Das ist unklar. Brasilien muss vielleicht bis zu den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr warten. Die Wut und Frustration sind jedoch real. „Es ist nicht nur so, dass er einen schlechten Job, im Hinblick auf den Umgang mit der Pandemie, gemacht hat. Da sind noch so viele andere Dinge, wie z.B. die Sachen, die er mit dem Amazonas-Regenwald geschehen lässt, das „sich-nicht-wirklich-um-rassistische-Polizei-Gewalt“-Kümmern (Afrobrasilianer haben erst kürzlich dagegen protestiert) etc.“, sagen die Menschen. Zum jetzigen Zeitpunkt schaut sich der Senat die Misserfolge der Regierung, während der Pandemie, noch viel genauer an. Das Resultat: unklar.

Wusstest du, dass es mehr, als 130 Amtsenthebungsanträge gegen Bolsonaro gibt?

Noch ein paar weitere brasilianische Nachrichten:  Abfälle, aus der reichsten Zinnmine der Welt, sind seit März in Flüsse, die durch 22 indigene (Waimiri-Atroari) Dörfer im brasilianischen Amazonas fließen, durchgesickert. Diese haben das Wasser vergiftet und sowohl Fische, als auch Schildkröten, getötet.

Afrika

Der Krieg in Tigray bekommt zu wenig Aufmerksamkeit. Die Menschen dort brauchen wirklich dringend Hilfe

Nach sechs Monaten herrscht immer noch Krieg in Äthiopien.

Warum das wichtig ist: Ca. 112 Millionen Menschen (Stand: 2019) leben in Äthiopien. Es ist Afrikas ältestes unabhängiges Land und das zweitgrößte, wenn es um die Bevölkerung geht.

Refresher: Der Krieg zwischen der Regierung und der Provinz Tigray begann im November. Eine der ethnischen Gruppen des Landes, die Tigray, leben hier. Sie machen rund 6% der gesamten Bevölkerung aus. Das Militär bekämpft die „Volksbefreiungsfront von Tigray“, weil sie einige ihrer Stützpunkte angriffen. Auch das benachbarte Land Eritrea ist dem Kampf beigetreten und hat wirklichen Sche*ß angestellt.

Was ist seitdem passiert?

Massaker und sexuelle Angriffe gegen Zivilisten und Zivilistinnen. Im April berichtete „The Guardian“, dass fast 2.000 Menschen, in mehr als 150 Massakern, ermordet wurden. Mehr als 2 Millionen Menschen mussten aus ihrer Heimat flüchten.

Warum läuft die ganze Sache immer noch weiter?

Die (westliche) Welt ist die ganze Zeit so: „Nun, hört doch endlich damit auf. Weil wenn ihr weiterkämpft, können humanitäre Organisationen Millionen von Menschen, die am Verhungern sind, nicht erreichen.“ Die Vereinigten Staaten haben Sanktionen gegen einige äthiopische Beamte auferlegt, was bedeutet, dass sie nicht mehr in die USA einreisen dürfen (dagegen gab es einen Protest in Addis Abeba) und es wird nicht mehr so viel $$$ an das Land gesendet. Aber die äthiopische Regierung besteht darauf, dass sie „fast fertig“ sind. Tigray auf der ganzen Welt sagen das sei Völkermord, auf das die Regierung nur antwortet: „ihr übertreibt“. Menschenrechtsorganisationen haben gesagt: „ja, da fanden Verbrechen gegen die Menschheit statt.“

Wusstest du, dass über 90% der Menschen in Tigray ganz dringend Essen benötigen? Die UN sagt so: „Äthiopien könnte die erste Hungersnot, seit den 1980ern, erleben, wenn das mit dem Krieg nicht sofort aufhört.“

Erzähl mir mehr über das, was Frauen gerade durchmachen müssen

„Vergewaltigt werden sowohl junge Mädchen im Alter von acht Jahren, als auch 72-jährige Frauen. So weit ist das verbreitet. Ich sehe es überall, Tausende. Diese Vergewaltigung findet in der Öffentlichkeit statt, vor den Gesichtern der Familien, der Ehemänner und allen anderen. Ihre Beine und Arme sind auf die gleiche Art und Weise geschnitten“, sagt eine anonyme äthiopische Frau in einem Interview mit „The Guardian“.

Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Nigeria Der Präsident Muhammed Buhari hat entschieden, Twitter zu verbieten, nach dem sie einen Tweet von ihm entfernt hatten, der sich danach angehört hat, als würde er zu Gewalt aufrufen. Facebook sagte letzte Woche dazu: „Wir werden, von nun an, genauso auch mit anderen Politikern umgehen“ und sperrte den damaligen US-Präsidenten Donald Trump bis Januar 2023.

Israel Der Premierminister Benjamin Netanyahu will sein Amt am 09. Juni abtreten. Der neue Dude ist Naftali Bennett. Oh, und der neue Präsident ist Isaac Herzog, aber das kümmert niemanden so wirklich, weil das einzige was er tut ist Bänder zerschneiden und Hände schütteln.

Dänemark SyrischeFlüchtlinge protestieren immer noch gegen die Entscheidung der Regierung, die im April getroffen wurden. Flüchtlinge sollen wieder zurück nach Damaskus, Syrien, geschickt werden. Sie sagen aber, „da ist es einfach nicht sicher genug“.

USA Die Raumfahrtbehörde NASA fliegt zur Venus: Die Missionen VERITAS und DAVINCI+ sollen irgendwann zwischen 2028 und 2030 starten.

China Ein Fusionsreaktor konnte für über 100 Sekunden auf 120 Millionen Grad Celsius gehalten werden. Das ist ein neuer Weltrekord. (Stell dir nur mal vor, wie schnell das Ding einen eingefrorenen Burrito zubereiten könnte. 🤤)

Und eine gute Nachricht zum Abschluss

Letzte Woche trugen zwei männliche Lehrer, Manuel Ortega und Borja Velazquez, in Valladolid, Spanien, Röcke zur Schule, um Kinder gegen Homophobie zu unterstützen und Geschlechternormen zu brechen.

Die „Kampagne“ – Jose Piña hat das letztes Jahr nämlich schon zuerst gemacht – nennt sich „Die Kleidung Hat Kein Geschlecht“, oder #LaRopaNoTieneGenero.

Aus der Perspektive einer heterosexuellen Single-Frau, denke ich persönlich, dass es hilft und, dass die Lehrer, die all-scottish gegangen sind außerdem sehr gut aussehen.

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What happened last week? (3)

What happened last week?

What happened last week?

1.   Afrika

2.   Südamerika

3.   Zentralamerika

4.   Kolonialgeschichte im Westen

5.   Naturkatastrophe in Afrika

6.   Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Afrika

Ungerechtigkeit gegen die Bevölkerung Darfurs im Sudan

Ein Mann, dessen Namen du wahrscheinlich noch gar nicht kennst, Ali Muhammad Ali Abd-Al-Rahman, ist endlich vor Gericht im Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, Niederlande.

Wer ist dieser Mann?

Er gestand seine Tat letztes Jahr selbst. 2003 und 2004 war Abd-Al-Rahman Militär-Kommandant tausender (größtenteils arabischer) Kämpfer – auch bekannt als Dschandschawid – welche afrikanische Zaghawa-, Masalit- und Fur-Völker (sprich: größtenteils Völker nicht arabischer Herkunft) für Land und Essen im Sudan angriffen.

Menschenrechtsorganisationen beschreiben das was passiert ist, als „ethnische Säuberung“, die Vereinten Nationen nennen es „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und die USA nennen es „Genozid“, also Völkermord.

Was hat er getan?

„Abd-Al-Rahman ist verantwortlich für den Mord an mehr als 300 Menschen und dass ca. 40.000 Menschen (größtenteils Fur-Völker) aus ihrer Heimat flüchten mussten“, sagt der Internationale Strafgerichtshof. Heute wird er, zum ersten Mal, für 31 Verbrechen, unter anderem „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, angeklagt.

Warum das wichtig ist: Das ist das erste Mal, dass der Internationale Strafgerichtshof genauer hinguckt, was fast zwei Jahrzehnte zuvor in Darfur passiert ist, als ca. 300.000 Menschen starben und ungefähr 2,5 Millionen flüchten mussten. Außerdem ist das der Grund, weshalb auch heute noch viel Gewalt zwischen arabischen und Masalit-Völkern im westlichen Sudan besteht, wie Zeinab Mohammed Salih für Al Jazeera schreibt.

Die Stellung Sudans

„Wir kooperieren hier vollständig mit dem IStGH. Nicht, wie die vorige Regierung unter Omar Al-Bashir“, sagt die aktuelle Regierung.

Warum wird die Sache nicht vor Gericht im Sudan ausgetragen?

Also einer der Gründe (da gibt es nämlich noch mehr) ist, dass Genozid, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im sudanesischen Gesetz, zu der Zeit, nicht als Verbrechen galten. Erst mehr als fünf Jahre nachdem die Dschandschawid diese Taten in Darfur begangen haben, wurden diese Gesetze aufgenommen. Weiterhin wurden die Dschandschawid-Kämpfer (ca. 20.000) von der damaligen Regierung bei ihren Vorhaben unterstützt. Also ja… es ist kompliziert.

Südamerika

Bald stehen die am stärksten polarisierten Wahlen in Perus Geschichte an – und es wird extrem heftig

Letzte Woche wurden 18 Menschen, darunter 2 Kinder, im Zentrum von San Miguel del Ene, Peru, massakriert. Zwei Wochen bevor die Wahlen am 06. Juni. 2021 stattfinden. Und die Menschen fragen sich: „Besteht da eine Verbindung zwischen den beiden Events?“.

Wer ist für die Morde verantwortlich?

„Anhänger der Sendero Luminoso“, sagt die Regierung. Die Sendero Luminoso werden eine „linksradikale Terroristengruppe“ oder „Maoistische Rebellengruppe“ genannt. Zwischen 1980 und 2000 waren die Anhänger für den Tod von 69.000 Menschen verantwortlich. Die Gruppe nannte es „soziale Säuberung“.

Warum das wichtig ist: Das ist eine der heftigsten und brutalsten Gewalttaten, die in Peru seit Jahrzehnten passiert ist. Und das zu einer Zeit, in der die Wahlen die Gesellschaft stark polarisieren. Ungefähr 32 Millionen Menschen leben in Peru (Stand: 2019). 2020 war zudem ein sehr schweres Jahr für das lateinamerikanische Land – Eine beschissene Wirtschaft, verkorkste Politik und einer von 200 Peruanern starb an COVID-19.

Wie reagiert das Land darauf?

Gemischte Gefühle. Offensichtlich sind die Peruaner geschockt und Präsident Francisco Sagasti verurteilt stark diese Gewalttaten.

Erzähl mir ein bisschen mehr über die Wahlen: Die beiden Präsidentschaftskandidaten sind Keiko Fujimori (rechter Flügel, Tochter des vorigen, jetzt im Gefängnis sitzenden, Präsidenten Fujimori) und Pedro Castillo (linker Lehrergewerkschafts-Organisator; Niemand hat geglaubt, dass er eine Chance hat… Aber hier ist er). Zum jetzigen Zeitpunkt hat Castillo die Nase vorn und könnte tatsächlich Perus nächster Präsident werden. Aber bevor du anfängst ihn als den „Linksten Mann überhaupt“ zu vergöttern: Er ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, Abtreibung und Sterbehilfen.

Wo besteht die Verbindung zum Massaker?

Die Medien und politische Gegner sagen nun: „Castillo und seine Partei Perú Libre haben wahrscheinlich was mit Sendero Luminoso zu tun.“ Darauf antwortete seine Sprecherin, Betssy Chavez, auf Twitter: „Das ist Fujimorismus. Sie nutzen diese Tragödie, als ein politisches Werkzeug, gegen mich. Erbärmlich.“

Zentralamerika

Die meistbesuchte archäologische Stätte Mexikos wird wohl beschädigt – und es gibt kein Halten mehr

Letzte Woche wurde bekannt, dass eine der wichtigsten prähistorischen Stätte in Mexiko, die Teotihuacán, Gefahr läuft, von privaten Bauherren zerstört zu werden, um das Land in einen Freizeitpark (oder so etwas in der Art) zu verwandeln.

Die Kulturbeauftragten des Landes sagten: „Hey, könntet ihr das bitte nicht tun?“, aber die Bauherren ignorieren sie einfach. Sogar die UN machte sich schon bemerkbar, denn „das ist ein UNESCO Weltkulturerbe“, was bedeutet, dass es von der UN geschützt ist, um die Geschichte bewahren.

Warum das wichtig ist: Mehr als 2,6 Millionen Menschen besuchen Teotihuacán jährlich. Es ist die meistbesuchte heilige Stätte Mexikos. Dort gibt es 25 Strukturen und Höhlen, mit sehr vielen Beweisen dazu, wie prähispanische Völker lebten. Mehr als 13.000 Menschen haben eine Petition unterschrieben, um zu sagen: „Bitte hört auf“

Im Kontext: Teotihuacán war eine der größten Städte der antiken Welt, mit mindestens 100.000 Einwohnern, aber sie wurde im 14. Jahrhundert verlassen. Man weiß nicht warum. Die Stadt könnte sogar einen anderen Namen gehabt haben. Teotihuacán bedeutet „Stadt der Götter“. Einer der coolsten Fakten über diese Stadt ist, dass dort Obsidian (vulkanisches Gesteinsglas – Ja, Drachenglas, für euch Game of Thrones Fans) abgebaut und gehandelt wurde, um Waffen, Schmuck etc. herzustellen.

Kann die mexikanische Regierung Ihnen dafür keine Strafe auferlegen?

Na ja, wir sind uns nicht sicher. Wir wollten herausfinden, warum sie die nicht einfach stoppen oder dafür bestrafen können. Mexiko hatte schon früher Probleme damit, private Bauherren (welche meist nachts arbeiten, um zu vermeiden, dass sie auffliegen) zu stoppen. Wenn du mehr Informationen darüber hast, dann lass es uns bitte wissen und antworte einfach auf den Newsletter.

 Kolonialgeschichte im Westen

Geständnis des Genozids in Namibia, verursacht vor 100 Jahren, durch deutsche Truppen

Deutschland sagt: „Wir gestehen, dass wir Namibia kolonisiert und einen der ersten Genozide des 20. Jahrhunderts, vor 100 Jahren, begangen haben. Und dafür wollen wir als Wiedergutmachung 1,1 Milliarden Euro (1.3 Milliarden US-Dollar) zahlen.

Was ist genau passiert?

Zwischen 1904 und 1908, mordeten deutsche Kolonialtruppen ungefähr 80.000 Einheimische, die den Nama- und Herero-Gruppen angehörten, als sie versuchten, sie aus ihrem Land zu vertreiben. Während des Völkermordes wurden die Nama und Herero in Konzentrationslager gezwungen, starben an Erkrankungen und Hungernot, an ihnen wurden Experimente durchgeführt und sie wurden missbraucht. Einige deutsche Experten sagen, dass „hier die Wurzeln des Holocaust liegen“.

Wusstest du, dass Namibia damals Deutsch-Südwestafrika hieß?

Wie reagieren die Menschen darauf?

Hereo und Nama sind nicht so begeistert, dass Deutschland sie bei der Entscheidung nicht mit einbezogen hat und, dass das Geld nicht direkt an die Menschen geht, sondern damit Projekte, über 30 Jahre lang, gefördert werden. Die simbabwisch-amerikanische Autorin Zoé Samudzi, die diesen Genozid studiert, nannte es auf Twitter sogar eine „Farce“.

Im Kontext: Deutschland kolonisierte Namibia von 1884 bis 1915 und danach tat es Südafrika für weitere 75 Jahre. Das Land wurde 1990 (ja… vor kurzem erst) unabhängig.

Warum das wichtig ist: Bis zum heutigen Tag sind 70% des Ackerlandes in Besitz weißer Menschen. BPoC haben nur einen Anteil von 16% des gesamten Landes.

Weitere Nachrichten aus verschieden Ländern, die sich für Sche*ße, die sie angestellt haben, entschuldigen:

Frankreich, sagte zu Ruanda: „Könnt ihr uns bitte vergeben“ für die Rolle, die wir 1994, im Völkermord von Ruanda, gespielt haben? Sie gaben zu, dass sie mehr hätten tun können, um das Massaker zu stoppen, aber sie waren auch nicht wirklich „ein Komplize“.

Kanada, sagte zu Italien: „Es tut uns leid, dass wir italienisch-kanadische Bürger, während des 2. Weltkriegs, in Gefangenenlager gebracht haben. Wir haben das nur getan, weil wir 1940 im Krieg mit Italien waren und unser damaliger Premierminister gesagt hat, dass „Italiener jetzt unsere Feinde sind.“

Naturkatastrophe in Afrika

Hilfe wird in der Demokratischen Republik Kongo benötigt – Ein Vulkan zerstört das Leben von fast 400.000 Menschen

Jetzt gerade versuchen 400.000 Menschen, darunter 280.000 Kinder, weit weg von dem Vulkan zu kommen, der erneut, in der Stadt Goma, ausbrechen könnte. Erdbeben sind bis nach Ruanda und Burundi zu spüren. Es gab mindestens 92 kleinere Erdbeben in den letzten 24 Stunden.

Erzähl mir mehr: Der Vulkan Nyiragongo brach am Samstag das erste Mal aus und tötete so 31 Menschen. Es ist so schlimm, dass der Fluss aus Lava die Grenze der Stadt erreichte. Die Menschen, die flüchten, sind zu Fuß unterwegs und tragen Matratzen und Kochutensilien mit sich, aber es gibt nicht genug Nahrung und Wasser für die Menschen, die heimatvertrieben wurden.

Wusstest du, dass Nyiragongo einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane der Welt ist? Er ist seit 1882 mindestens 34 Mal ausgebrochen (manchmal einfach nonstop). Das letzte Mal war 2020, als 250 Menschen starben und 120.000 ihr zu Hause verloren.

Warum das wichtig ist: Es leben ca. eine Million Menschen in Goma. Die Stadt ist nun halb leer. Tausende versuchen jetzt ins benachbarte Ruanda, und andere Orte, zu fliehen. Der Präsident Ruandas, Paul Kagame, bittet die Welt um „dringende Hilfe“. „Das ist wirklich sehr gefährlich für Kinder,“ sagt UNICEFs Edouard Beigbeder (allein schon die durch Wasser übertragbaren Krankheiten und Cholera). Etwa 300 Kinder werden noch vermisst.

Im Kontext: Mehr als 27 Millionen Menschen, darunter über 3 Millionen Kinder, leben in der DRK. Das Land hat schon so mit vielem zu kämpfen, wie z.B. Gewalt, einer Regierung, die keine Acht auf die Bedürfnisse der Bürger gibt und zudem haben viele der Menschen (1/3 der Einwohner des Landes) nicht genug, um sich selbst zu ernähren.

Du möchtest helfen?

UNICEF bietet direkte Hilfe, wie z.B. den Zugang zu sauberem Wasser, Cholera-Prävention und führt auch Kinder wieder mit ihren Eltern zusammen.

Außerdem: Als wir unsere Recherche zu diesem Thema durchgeführt haben, sind wir auf ein unglaubliches Hip-Hop-Kollektiv gestoßen. Sie nennen sich Shusha Ma Flow und sind aus Goma. Du kannst gerne hier über ihre Geschichte erfahren und auch deren Musik hören.

Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

In Indien bedroht die Krankheit „Schwarzer Pilz“ tausende von Menschen, die das Coronavirus überlebt haben. Mehr als 300 Menschen sind schon an der Krankheit gestorben. Doktoren meinen, dass der Grund dafür Mittel sein könnten, die zur Behandlung gegen das Virus eingesetzt wurden. Zudem gibt es nicht genug Medizin, um die Menschen davor zu schützen.

In Kanada hat die einheimische Gemeinscheit der Tk’emlúps te Secwépemc First Nation ein Massengrab von 215 Kindern unter einer damaligen, sogenannten „Residential School“, gefunden. Die Familien der Überlebenden sagen, dass sehr viele Kinder diese „Schulen“ besucht haben und nie mehr nach Hause gekommen sind. Man dachte, dass sie wahrscheinlich geflüchtet sind. Was genau passiert ist, kannst du hier nachlesen.

In den USA haben Menschen an zwei sehr wichtige, aber tragische Ereignisse erinnert. Zum Einen sind 100 Jahre, seit dem Massaker von Tulsa in 1921, vergangen. Einem der schlimmsten rassistischen Ereignisse in der Geschichte. Zum anderen ist ein Jahr seit dem Mord an George Floyd, einem unbewaffneten Afroamerikaner, durch einen weißen Polizeibeamten, vergangen.

Lustige Information am Rande:

Ein kanadischer Parlamentsabgeordneter, Will Amos, wurde dabei erwischt, wie er sich wieder vor der Kamera entblößte. JA, WIEDER. Das erste Mal wurde er dabei erwischt, wie er sich seine Arbeitsklamotten, nach dem Joggen, angezogen hat (so sagt er zumindest). Und dieses Mal war er mitten in einem Video-Meeting, als er sich dazu entschloss, in einen Kaffeebecher in seiner Nähe, zu pinkeln (was man halt so macht).

Er hat sich seitdem bei allen, die (vermutlich schon zwei Mal) Zeugen davon geworden sind, entschuldigt und nimmt sich eine Auszeit, um „Hilfe zu suchen“. Na hoffentlich ist es technische Hilfe…

Beim nächsten Mal, vielleicht einfach das Telefonat beenden?

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What happened last week? (3)

What happened last week?

What happened last week?

1.   Afrika

2.   Flüchtlinge weltweit

3.   Lateinamerika

4.   Mittlerer Osten / Nordamerika

5.   Arbeitsrechte weltweit

6.   Nordamerika

7.   Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Afrika

In Kamerun und Ghana wurden Transgender und Homosexuelle verhaftet

Kamerun: Ein Gericht in Douala, Kamerun, hat entschieden, dass zwei Transgender Frauen für 5 Jahre ins (Männer-) Gefängnis müssen, weil… naja, sie sind halt Transgender.

Warum das wichtig ist: Kamerun ist eins von 31 afrikanischen Ländern, in dem Homosexuelle und Transgender als Kriminelle gelten.

Tell me more: Die Namen der beiden verhafteten sind Shakiro, 23 Jahre alt, und Patricia, 27 Jahre alt. Als sie im Februar in einem Restaurant in Douala essen waren, hat jemand die Polizei gerufen und gesagt: „Ich habe gesehen, wie sie sich geküsst haben“ (obwohl das kein Verbrechen im Land ist). Shakiro hat seit dem Urteil aufgehört zu essen und gesagt, sie möchte so Selbstmord begehen.

Außerdem: Shakiro ist sehr beliebt auf Facebook. Dort fordert sie mehr Toleranz gegenüber geschlechtlichen Minderheiten in Kamerun.

Werde LGBTQI+-Aktivist:in

Folge der ghanaischen Organisation „Rightify Ghana“ auf Twitter und/oder benutze den Hashtag #ReleaseThe21, um digital an der Kampagne zur Befreiung der 21 LGBTQI+ – Aktivisten, die in einem Hotel in Ho, Ghana, festgenommen wurden, teilzunehmen.

Warum das wichtig ist: Wie Kamerun ist auch Ghana extrem Anti-LGBTQI+. Wenn Menschen wegen „gleichgeschlechtlicher sexueller Aktivität“ verurteilt werden, gehen sie für bis zu drei Jahre ins Gefängnis. Ach, Homophobie auf dem afrikanischen Kontinent ist außerdem ein (kolonialer) britischer Import.

Flüchtlinge weltweit

Tausenden Geflüchteten wird Asyl in Mosambik, Dänemark und Marokko verwehrt

In Spanien hat die Regierung in Ceuta und Melilla mindestens 5.700 Geflüchteten Asyl verweigert. Größtenteils waren unter den geflüchteten Männer, aber auch Frauen und Kinder aus Marokko. Zuvor überquerten schon ungefähr 8.000 Flüchtlinge die Grenze innerhalb von 48 Stunden. Hunderte von Kindern sind dort zurzeit ganz alleine gestrandet.

Warum das wichtig ist: 40 % aller jungen Menschen in Marokko sind arbeitslos.

Close-up: Einige Flüchtlinge sprachen mit „Al Jazeera“ über ihre Erfahrungen nach Ceuta zu schwimmen. Diese beiden Zitate bekomme ich nicht mehr aus meinem Kopf:

„Die Spanier waren sehr rassistisch… Wir waren sehr müde und sie haben uns mit großen Schlagstöcken geschlagen. Wenn sie sahen, dass wir uns setzten, dann schlugen sie unsere Beine, damit wir wieder aufstanden.“

„Da war eine Frau, die ein ein Monat altes Baby hatte, sie schwamm mit dem Baby und kam mit uns rein. Sie hat [das kleine Mädchen] in eine Plastiktüte getan und ist geschwommen. Da war außerdem noch ein Vater mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern, er hat dasselbe getan. Alle von uns sind hier hereingekommen.“

In Tansania verweigerte laut der UN die Regierung Asyl für Flüchtlinge aus Mosambik. Die meisten flüchteten vor der Gewalt in der Provinz Cabo Delgado, die 2017 begann, um nach Sicherheit in den benachbarten Ländern zu suchen.

Warum das wichtig ist: Etwa 724.000 Menschen, davon mindestens 350.000 Kinder, mussten von zu Hause fliehen. Die meisten haben ihre Personalausweise oder Geburtsurkunden verloren, was es ihnen sehr schwer, manchmal sogar unmöglich, macht, zur Schule zu gehen, Wohnungen zu bekommen oder sich auf Jobs zu bewerben.

Empfohlen:Save the Children“ veröffentlichte letzte Woche „The Voice of Children of Cabo Delgado“, ein sehr detailliertes Paper über das Leben, als vertriebenes Kind in Cabo Delgado.

In Dänemark überlegt die Regierung tausenden syrischen Flüchtlingen Asyl zu verwehren. „Es ist sicher, nach Syrien zurück zu kehren“, sagen sie. „Aber das ist es nicht. Viele Flüchtlinge, die zurückgegangen sind, sind jetzt entweder im Gefängnis oder alle gemeinsam verschwunden“. Im Protest sind (etwa 10.000) Menschen in 25 Städten in ganz Dänemark auf die Straßen gegangen.

Warum das wichtig ist: Dänemark hat rund 32.000 Syrer seit dem Bürgerkrieg des Landes aufgenommen. Von denen bekamen nur ca. 5.000 einen temporären Schutz.

Wusstest du, dass die meisten (85 %), der 26 Millionen Flüchtlinge in benachbarten Ländern und Entwicklungsregionen untergebracht sind. Industriestaaten haben nur 15 % aller Flüchtlinge aufgenommen.

Lateinamerika

Es wurden die Menschen gewählt, die Chiles neue Konstitution schreiben werden

Letzte Woche wurde in Chile die neue konstitutionelle Zusammensetzung gewählt (also eine Gruppe an Menschen, die dafür verantwortlich ist, des Landes neue Konstitution zu schreiben).

Die Regierung unter Sebastian Piñera (ein konservativer Milliardär) hat nur 37 der 155 Sitze gewonnen (nicht mal 1/3) und wird daher nicht das Recht haben, mitzuentscheiden, welche neuen Regeln eingeführt werden oder nicht.

Warum das wichtig ist: Chiles Verfassung wurde 1980 geschrieben, als das Land von Diktator Augusto Pinochet regiert wurde. Viele Menschen machen unter anderem die Konstitution dafür verantwortlich, dass es heutzutage so viele arme und so wenige reiche Menschen gibt. Jetzt sind die Chilenen gefragt ihre Demokratie von Null auf aufzubauen – ohne die „Hilfe“ der Regierung.

Was wollen die Chilenen in der neuen Konstitution?

Zum Beispiel mehr Rechte für Frauen, für indigene Völker, wie die Mapuche, und für Ältere. Aber da ist auch noch eine große Nachfrage nach Bildungsreformen, mehr Umweltschutzmaßnahmen und Polizeireformen. Kurz gesagt, wollen die Menschen eine reaktionsschnelle und integrative Regierung, die sie mit Würde, Fairness und Respekt behandelt. Kolumbiens und Perus unglückliche Bewohner schauen bei der Sache ganz genau zu.

Mittlerer Osten / Nordamerika

Israel wird in den Vereinigten Staaten, seinem größten finanziellen Unterstützer, kritisiert

Gerade letzte Woche sagte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Biden, ja zum Verkauf militärischer Waffen (im Wert von 735 Millionen US-Dollar) nach Israel. „Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen“, sagte Biden. Aber aus irgendeinem Grund ändern immer mehr US-Amerikaner die Art, wie sie über die Geschehen in Palästina und Israel denken.

Wusstest du: Bis zum Jahr 2020 hat die USA Israel insgesamt 146 Milliarden US-Dollar an militärischen-, ökonomischen-, und Raketenabwehr-Mitteln zur Verfügung gestellt und plant dieses Jahr (2021) weitere 75 Millionen US-Dollar an den Gazastreifen für „Wirtschafts- und Entwicklungshilfen“ zuzusprechen.

Warum das wichtig ist: Der Waffenstillstand letzte Woche war ein notwendiger Schritt, damit Hilfsorganisationen den Gazastreifen erreichen können. Aber, es ist halt auch „nur“ ein Waffenstillstand und adressiert nicht die Gründe für den 10-tägigen Ausbruch der Gewalt. „Wir brauchen nun mehr Kommunikation, humanitäre Hilfen und einen nachhaltigen Friedens-Plan“, sagen Experten.

Außerdem: Antisemitische Angriffe, beispielsweise in den USA und in Deutschland, haben stark zugenommen seit dem Beginn des Streits zwischen Israel und dem Gazastreifen.

Was hat sich geändert?

  • Straßenproteste in Boston, Chicago, New York, Los Angeles, Washington, D.C. und sogar in Miami und Puerto Rico adressieren die Frage „Was zum * mit Palästinensern gemacht wird?! Gleichberechtigung für alle!“
  • In der Show „Last Week Tonight with John Oliver“, eine der berühmtesten neuen Shows in den USA, wurde Israel als ein „Apartheid-Staat“ bezeichnet. Damit ist aber noch nicht Schluss: Im April veröffentlichte die „Human Rights Watch“ einen Beitrag, in dem sie israelische Autoritäten als „verantwortlich für die Kriminalität der Apartheid und Verfolgung“ machten.
  • Da sind (sogar konservative) Stimmen aus den Think-Tanks und der US-Regierung, die sich für gleiche Rechte zwischen Israeliten und Palästinensern einsetzen. Beispielsweise das „Carnegie Endowment for International Peace“, „RAND Corporation“, sowie der Außenminister der Vereinigten Staaten, Antony Blinken, und viele weitere Mitglieder des Kongresses, des Hauses und dem Senat der Vereinigten Staaten.

Woher nun die Wende?

Laut Sarah Leah Whitson gibt es dafür einige Gründe; Einer davon ist, dass palästinensische Stimmen, wie Mustafa Barghouti und Mohammed Al-Kurd, immer häufiger in westlichen Nachrichtenprogrammen zu hören sind. Sie haben nun die Möglichkeit deren Leben unter der israelischen Okkupation zu dokumentieren, darüber zu berichten und es einem großen Publikum zu erklären. Whitson sagt auch, dass es „in einem Land, wie den USA, welches auf radikale Gleichberechtigung fokussiert ist, schwieriger ist, einen „Ethno-Nationalen-Staat“ (Israel), welcher eine Rassengruppe gegenüber einer anderen privilegiert, zu rechtfertigen.“

Schau doch mal diesen Film:

Ich habe den Journalisten Schayan Riaz nach einer Film-Empfehlung gefragt und er hat, wie immer, geliefert: „Guck dir Emad Burnats „5 Broken Cameras“ an. Er ist wirklich unglaublich. Außerdem war das der erste palästinensische Film, der für den besten Dokumentarfilm bei den Oscars nominiert wurde.“

Arbeitsrechte weltweit

2016 kamen durch Überstunden mehr als 745.000 Menschen auf der Welt ums Leben

Letzte Woche haben die „World Health Organization“ (WHO) und die „International Labour Organization“ (ILO) eine Studie veröffentlicht, die schätzte, dass 2016 ca. 745.000 Menschen an Schlaganfällen und Herzkrankheiten gestorben sind, weil sie zu viele Überstunden machten.

Tell me more:

Das ist die erste globale Studie, die eine nähere Betrachtung dafür liefert, was mindestens 55 Stunden Arbeit pro Woche mit unserem Körper machen können. „Menschen sind zu 35 % mehr dazu veranlagt einen Schlaganfall zu erleiden und haben eine zu 17 % höhere Wahrscheinlichkeit an ischämischen Herzkrankheiten zu sterben, wenn sie mehr als 35-40 Stunden pro Woche arbeiten“, berichtet die Studie. Gerade 45- bis 74-Jahre alte Männer im westpazifischen Raum und in südostasiatischen Regionen sind dabei besonders in Gefahr.

Warum das wichtig ist: 9 % der globalen Population machen derzeit Überstunden. Das ist ein steigender Trend.

Was jetzt?

Die WHO und die ILO empfehlen unter anderem „verpflichtende Überstunden zu eliminieren, Arbeitsvereinbarungen flexibel zu gestalten und, wenn mehr Arbeit gemacht werden muss, die Last auf das ganze Team zu verteilen.“

Nordamerika

Selbstmord-Krise in Kanadas Shamattawa First Nation

Letzte Woche sagte die einheimische Gemeinschaft in Shamattawa: „Wir brauchen Hilfe. Mehr und mehr Menschen sterben an Suizid.“

Tell me more:
In den letzten Wochen sind zwei Frauen an Selbstmord gestorben (eine davon war die Schwester von Eric Redhead, Chef der Ersten Nationen).  Ein 7-Jahre alter Junge versuchte dasselbe zu tun, erholt sich jetzt aber von diesem Vorfall.

Diese Vorfälle berühren die 1.300 Bewohner:innen der Shamattawa First Nation Gemeinschaft. Und der Chef ist um einen Dominoeffekt besorgt. 2016 gab es schon eine Serie an Selbstmorden, als vier Menschen in gerade einmal sechs Wochen gestorben sind.

Warum das wichtig ist:

Kanadas 1.6 Millionen Einheimische sind systematischem Rassismus, polizeilicher Gewalt und Gewalt gegenüber Frauen ausgesetzt, aber bekommen nur sehr wenig Hilfe von der Regierung. Die Selbstmord-Krise ist eine tragische Konsequenz dessen.

Tell me more über Shamattawa:

Shamattawa ist eine wirklich sehr abgelegene Gemeinde im nördlichen Teil der Prärieprovinz Manitoba. Dort gibt es nur schwer Zugang zu sauberem Wasser und es steht nur die Hälfte an Lehrern und Lehrerinnen zur Verfügung, die benötigt werden.

Warum passiert das gerade jetzt?

Einer der Gründe mag sein, dass die Pandemie die Region sehr hart getroffen hat (das bedeutet: hohe Infektionsraten und viele geschlossene Einrichtungen, wie z.B. Schulen oder Jugend-Programme etc.)

Wie meinst du?

Es besteht eine lange Geschichte von Menschenrechtsverletzungen der kanadischen Regierung an ihren Einheimischen; sogar die Vereinten Nationen haben darauf aufmerksam gemacht.

Beispielsweise wurden damals rund 150.000 einheimische Kinder dazu gezwungen, sogenannte „Residential Schools“ (welche 1996 geschlossen worden) zu besuchen. Viele Kinder wurden von ihren Eltern getrennt, physisch und sexuell missbraucht und dazu gezwungen ihre Muttersprache zu verlernen.

Warum? Um sie einer eher „euro-kanadisch geprägten Kultur anzunähern“ (was auch immer das bedeuten soll). Ungefähr 6.000 Kinder sind, entweder durch Selbstmord, Vergewaltigung oder einfach nur schlechten Lebensbedingungen, gestorben.

Was unternimmt die kanadische Regierung, um Shamattawa jetzt zu helfen?

Marc Miller, des Landes Minister für indigene Angelegenheiten, sagte, dass zwei „Krisenarbeiter“ in die Gemeinschaft gesendet wurden, aber Redhead meint, dass „das alles nicht genug sei“.

Darf es ein bisschen Pop-Kultur sein?

Hör dir doch mal das Album „The Secret Path“ der kanadischen Rock-and-Roll Band „The Tragically Hip“ an – es ist außerdem auch ein Graphic Novel. Dieses basiert auf einer wahren Geschichte eines 12-Jahre alten Jungen, der den Namen Chanie Wenjack trägt und aus einer „Residential School“ geflohen ist. Er starb, als er 600 km in der Kälte gelaufen ist, um nach Hause zu kommen.

Notiz am Rande: Wenn das Leben gerade mal nicht einfach ist, steht den meisten Menschen Hilfe und Unterstützung zur Verfügung. Du musst nicht alleine mit diesen Gefühlen kämpfen. Melde dich bei der Hotline deines Landes (hier sind die, der Vereinigten Staaten, Kanada und Deutschland) oder wende dich an eine deiner lokalen Hilfe-Gruppen.

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Indonesien: Das Land hat ein weiteres Einhorn. Dieses Unternehmen wird auf 1 Milliarde US-Dollar geschätzt.

  • Warum das wichtig ist: Als die Ride-Hailing und Zahlungs-Firma Gojek eins mit dem E-Commerce player Tokopedia wurde, war das der größte Business-Deal jemals in Indonesien.

Sri Lanka: Tamilen weltweit gedachten den „Tamil Genocide Day“ (18. Mai) anlässlich des 12. Jahrestages nach dem Genozid an den 70.000 bis 150.000 Tamilen, des (singhalesischen) Sri-Lanker Militär, im Bürgerkrieg 2009.

  • Warum das wichtig ist: Sri Lanka hat die Anzahl der Ermordeten nicht anerkannt und Menschenrechtsaktivisten kämpfen für Rechenschaftspflicht der Regierung und Anerkennung dafür, wie diese Menschen gestorben sind.

Tunesien: 57 Flüchtlinge aus Libyen sind vor Sfax, des Landes Südost Küste, ertrunken. Arbeiter einer Bohrplattform (!) retteten die 33 Verbliebenen.

  • Warum das wichtig ist: Die UN schätzen, dass mindestens 743 Menschen dieses Jahr im Mittelmeer gestorben sind.

Irak: Die UN bestätigen, dass 2014 die „ISIS den Völkermord [an den Jesiden] begangen hat“. Die Jesiden sind eine Minderheit in Iraks nördlicher Region (Sindschar).

  • Warum das wichtig ist: Es wurden konkrete Beweise an Kriegsverbrechen der Terroristengruppe veröffentlicht. Diese Behauptung stellten die Jesiden schon vor langer Zeit auf.

Lustige Information am Rande:

Der Hangzhou Safari-Park in Ost-China hat vergessen, oder wollte der Öffentlichkeit einfach nicht mitteilen, dass drei der im Park lebenden Leoparden vor über einer Woche ausgebüxt sind. „Es tut uns wirklich leid“, sagte der Safari-Park.

Gut zu wissen: Zwei der Tiere wurden wiedergefunden, aber der dritte Leopard… wird immer noch vermisst.

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