What happened last week? (2)

What happened last week? (2)

What happened last week?

1. Andenken an die Ungerechtigkeit

2. Kultur

3. Rassismus in Großbritannien

4. Lateinamerika

5. Afrika

6. Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Andenken an die Ungerechtigkeit

Die Menschen gedenken der Ungerechtigkeit gegen Juden im Irak, Muslime in Bosnien und Herzegowina und Sikhs in Indien

Am 01.06 und 02.06.1941, massakrierten Nazi-Araber rund 180 Juden in Bagdad, Irak. Dieses Ereignis ist auch als „Farhud“ (arabisch für: „gewalttätige Enteignung“) bekannt.

Wusstest du, dass 1947 ca. 150.000 Juden im Irak lebten?

Näher hingeschaut: Letzte Woche veranstaltete „United Synagogue“ (die größte Synagogen Vereinigung Europas) ein online Gedenkveranstaltung, zeigten Beweise der Überlebenden und sprachen mit Juden über ihre Kindheit im Irak. Auch die kurdische Nachrichten-Seite „Rudaw“ sprachen letztes Jahr mit Farhud-Überlebenden.

Am 01. Juni 1984, attackierte das indische Militär eine heilige Stätte der Sikh (in der Anlage des goldenen Tempels), in Amritsar, Punjab. Der Angriff trug den Code-Namen „Operation Blue Star“. Das alles war dafür, um einen Mann namens Jarnail Singh Bhindranwale festzunehmen. Viele glauben, dass rund 20.000 Menschen ermordet wurden.

Dig deeper: Lies doch mal „Lost in History: 1984 Reconstructed“ von Dr. Gunisha Kaur. Ein Sachbuch eines Sikh-Flüchtlings, mit sehr vielen Augenzeugenberichten zu den Ereignissen, die damals in Punjab passiert sind. Lerne außerdem die Autorin, in diesem 3-Minuten-Video kennen. Sie lebt mittlerweile in den USA und lehrt Ärzte, wie man, im Ausland geborenen Patienten, behandelt.

Am 01. Juni 1992, massakrierte das serbische Militär 684 Muslime in Bosnien und Herzegowina. Dieses Ereignis ist auch bekannt als das „Massaker von Bijeli Potok“. Bis zum heutigen Tag, wurden die Überreste von 245 Opfern noch nicht gefunden, andere wurden in Massengräbern entdeckt.

Erinnerung: Am 08.06.2021 wird der „Internationale Residualmechanismus für die Ad-hoc Strafgerichtshöfe“ ein Urteil gegen Ratko Mladić, auch bekannt als der „Schächter von Bosnien“, aussprechen. Er ist verantwortlich für den Genozid an Muslimen in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992-1995. Ungefähr 100.000 Menschen sind gestorben.

Kultur

Frankreich soll gestohlene Kunst wieder an Nepal zurückgeben

Diese Woche sollte in Paris, Frankreich, 600 Jahre alte religiöse Kunst aus Nepal, die vor 40 Jahren gestohlen wurde, bei einer Auktion, für bis zu 5.000 Euro, versteigert werden. Im Endeffekt wurde sie es nicht und nepalesische Aktivisten meinen nur: „Es ist Zeit sie zurück zu geben.“

Erzähl mir mehr über die Kunst

Es sind fünf (von 12 anderen gestohlenen) Figuren aus Gold, die an die Tür des Taleju Bhavani Tempels in Patan, einem UNESCO-Weltkulturerbe im Himalaya, gehören.

Der Diebstahl und die Auffindung, wurden erstmals von der Facebook-Initiative nepalesischer Bürger „Lost Arts of Nepal“ gefilmt.

Gibt es da noch mehr gestohlene Kunst, die eigentlich Nepal gehört?

Oh ja, sehr viel sogar. Aber es sieht danach aus, dass die Regierung langsam alles wiederbekommt. Im April kam eine 800 Jahre alte „Laxmi-Narayan“-Figur aus den USA wieder zurück nach Hause. Sie wurde vor ca. 40 Jahren aus Patko Tole gestohlen. Seitdem wurden auch vier andere Statuen von Sammlern und Museen in den USA, wieder an Nepal zurückgegeben.

Warum das wichtig ist: Wie Emiline Smith (sie lehrt Kriminologie an der University of Glasgow) in einem Interview mit der „Nepali Times“ sagte: (Ich formuliere ein wenig um) „Kolonialismus hat so viel von der Kultur und der Kunst unglaublich vieler Länder auf der ganzen Welt gestohlen. Nun fordern diese Länder aber ihr kulturelles Erbe wieder zurück und es fühlt sich an, als würde die „Repatriierungs-Debatte“ hiermit weitergehen.“

Noch ein paar weitere nepalesische Nachrichten: Das Land im Himalaya hat eine der höchsten Coronavirus-Inzidenzen der Welt. Deren Gesundheitssystem ist überlastet, was bedeutet, dass Krankenhäuser keine freien Betten mehr haben und die Regierung sagt: „Es gibt keinen Impfstoff mehr.“

Warum das wichtig ist: Die meisten Abonnenten des Newsletters leben in Europa und Nordamerika und kehren zu einem gewissermaßen „normalen Leben“ zurück. Aber die Gefahr der Impfstoff-Apartheid (was bedeutet, dass wohlhabende Nationen und Gruppen Impfstoff bekommen, während andere keinen bekommen) ist wirklich nicht zu unterschätzen.

Wenn du dein nächstes Mittagessen spenden möchtest, kannst du UNICEF helfen, Pflege für mehr Kinder in Südasien bereit zu stellen.

Rassismus in Großbritannien

„Farbigen Immigranten und Ausländern“ wurden Büropositionen im Buckingham-Palace, Großbritannien, verboten

„The Guardian“ fand heraus, dass die britische Königsfamilie Menschen, die nicht „weiß“ aussahen, verboten hat klerikale Funktionen im königlichen Haushalt zu übernehmen. Das geschah bis mindestens Ende der 60er Jahre (vielleicht auch länger, das weiß man noch nicht so genau). Zudem bestehen immer noch Gesetze, die ihnen erlauben Menschen aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Rasse zu diskriminieren.

Erzähl mir mehr über diese Gesetze

Also, das wirft auf jeden Fall kein gutes Licht auf die Königsfamilie. Damals, in den 70ern, als die britische Regierung ihre ersten Gesetze zur Rassen- und Geschlechtergleichstellung veröffentlichte, haben die Queen und ihr Haushalt die Dinge so gedreht, dass die Gesetze nicht für sie gelten.

Was bedeutet das jetzt genau?

Frauen (und andere Geschlechter) und ethnische Minderheiten, welche für die Königsfamilie arbeiten, dürfen nicht klagen, wenn sie glauben, dass sie diskriminiert werden. Stattdessen müssen sie erst zur Innenministerin.

Warum das wichtig ist: „Wie rassistisch ist die britische Königsfamilie (jetzt noch)?“ war Thema jeder Debatte, nachdem Meghan Markle (das Erste gemischtrassige Familienmitglied) und Prinz Harry das „Interview of The Decade“ mit Oprah Winfrey, vor ungefähr zwei Monaten, führten. Jetzt kommt genau diese Frage wieder auf.

Lateinamerika

Der Präsident von Brasilien könnte seinen Job verlieren, weil wirklich viele Menschen sauer auf ihn sind

Hunderttausende von Menschen sind, in über 200 Städten Brasiliens, auf die Straßen gegangen, um den Rücktritt des Präsidenten zu fordern, weil „er ein schrecklicher Leader gewesen ist.“

Warum das wichtig ist: Rund 211 Millionen Menschen leben in Brasilien (Stand: 2019). Es ist Südamerikas größtes Land und das fünftgrößte Land der Welt.

Was hat er gemacht?

Mehr, als 460.000 Menschen, starben in Brasilien am Coronavirus (eine der schlimmsten Sterberaten der ganzen Welt; ca. 2.000 Menschen sterben jeden Tag daran). Protestanten machen den Präsidenten des Landes, Jair Bolsonaro (seit 2019 im Amt), dafür verantwortlich. Von Anfang an, nannte er das tödliche Virus, für das wir erst vor kurzem einen Impfstoff bekommen haben, eine „kleine Grippe“. Jetzt hat er sogar Pläne dafür veröffentlicht, den Copa Ámerica (ein riesen Fußballturnier) durchzuführen. Also ist es kein Wunder, dass Statistiken zeigen, dass mehr als die Hälfte der in Brasilien lebenden Menschen seinen Rücktritt fordern.

Lies doch mal dieses (portugiesische) Meinungsstück von Juca Kfouri, einem der erfolgreichsten brasilianischen Sportreporter, in dem er sagt, dass das Turnier besser „Cova América“ heißen sollte, also „Grab von Amerika“.

Sind die Proteste groß genug, damit er aufhört?

Das ist unklar. Brasilien muss vielleicht bis zu den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr warten. Die Wut und Frustration sind jedoch real. „Es ist nicht nur so, dass er einen schlechten Job, im Hinblick auf den Umgang mit der Pandemie, gemacht hat. Da sind noch so viele andere Dinge, wie z.B. die Sachen, die er mit dem Amazonas-Regenwald geschehen lässt, das „sich-nicht-wirklich-um-rassistische-Polizei-Gewalt“-Kümmern (Afrobrasilianer haben erst kürzlich dagegen protestiert) etc.“, sagen die Menschen. Zum jetzigen Zeitpunkt schaut sich der Senat die Misserfolge der Regierung, während der Pandemie, noch viel genauer an. Das Resultat: unklar.

Wusstest du, dass es mehr, als 130 Amtsenthebungsanträge gegen Bolsonaro gibt?

Noch ein paar weitere brasilianische Nachrichten:  Abfälle, aus der reichsten Zinnmine der Welt, sind seit März in Flüsse, die durch 22 indigene (Waimiri-Atroari) Dörfer im brasilianischen Amazonas fließen, durchgesickert. Diese haben das Wasser vergiftet und sowohl Fische, als auch Schildkröten, getötet.

Afrika

Der Krieg in Tigray bekommt zu wenig Aufmerksamkeit. Die Menschen dort brauchen wirklich dringend Hilfe

Nach sechs Monaten herrscht immer noch Krieg in Äthiopien.

Warum das wichtig ist: Ca. 112 Millionen Menschen (Stand: 2019) leben in Äthiopien. Es ist Afrikas ältestes unabhängiges Land und das zweitgrößte, wenn es um die Bevölkerung geht.

Refresher: Der Krieg zwischen der Regierung und der Provinz Tigray begann im November. Eine der ethnischen Gruppen des Landes, die Tigray, leben hier. Sie machen rund 6% der gesamten Bevölkerung aus. Das Militär bekämpft die „Volksbefreiungsfront von Tigray“, weil sie einige ihrer Stützpunkte angriffen. Auch das benachbarte Land Eritrea ist dem Kampf beigetreten und hat wirklichen Sche*ß angestellt.

Was ist seitdem passiert?

Massaker und sexuelle Angriffe gegen Zivilisten und Zivilistinnen. Im April berichtete „The Guardian“, dass fast 2.000 Menschen, in mehr als 150 Massakern, ermordet wurden. Mehr als 2 Millionen Menschen mussten aus ihrer Heimat flüchten.

Warum läuft die ganze Sache immer noch weiter?

Die (westliche) Welt ist die ganze Zeit so: „Nun, hört doch endlich damit auf. Weil wenn ihr weiterkämpft, können humanitäre Organisationen Millionen von Menschen, die am Verhungern sind, nicht erreichen.“ Die Vereinigten Staaten haben Sanktionen gegen einige äthiopische Beamte auferlegt, was bedeutet, dass sie nicht mehr in die USA einreisen dürfen (dagegen gab es einen Protest in Addis Abeba) und es wird nicht mehr so viel $$$ an das Land gesendet. Aber die äthiopische Regierung besteht darauf, dass sie „fast fertig“ sind. Tigray auf der ganzen Welt sagen das sei Völkermord, auf das die Regierung nur antwortet: „ihr übertreibt“. Menschenrechtsorganisationen haben gesagt: „ja, da fanden Verbrechen gegen die Menschheit statt.“

Wusstest du, dass über 90% der Menschen in Tigray ganz dringend Essen benötigen? Die UN sagt so: „Äthiopien könnte die erste Hungersnot, seit den 1980ern, erleben, wenn das mit dem Krieg nicht sofort aufhört.“

Erzähl mir mehr über das, was Frauen gerade durchmachen müssen

„Vergewaltigt werden sowohl junge Mädchen im Alter von acht Jahren, als auch 72-jährige Frauen. So weit ist das verbreitet. Ich sehe es überall, Tausende. Diese Vergewaltigung findet in der Öffentlichkeit statt, vor den Gesichtern der Familien, der Ehemänner und allen anderen. Ihre Beine und Arme sind auf die gleiche Art und Weise geschnitten“, sagt eine anonyme äthiopische Frau in einem Interview mit „The Guardian“.

Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Nigeria Der Präsident Muhammed Buhari hat entschieden, Twitter zu verbieten, nach dem sie einen Tweet von ihm entfernt hatten, der sich danach angehört hat, als würde er zu Gewalt aufrufen. Facebook sagte letzte Woche dazu: „Wir werden, von nun an, genauso auch mit anderen Politikern umgehen“ und sperrte den damaligen US-Präsidenten Donald Trump bis Januar 2023.

Israel Der Premierminister Benjamin Netanyahu will sein Amt am 09. Juni abtreten. Der neue Dude ist Naftali Bennett. Oh, und der neue Präsident ist Isaac Herzog, aber das kümmert niemanden so wirklich, weil das einzige was er tut ist Bänder zerschneiden und Hände schütteln.

Dänemark SyrischeFlüchtlinge protestieren immer noch gegen die Entscheidung der Regierung, die im April getroffen wurden. Flüchtlinge sollen wieder zurück nach Damaskus, Syrien, geschickt werden. Sie sagen aber, „da ist es einfach nicht sicher genug“.

USA Die Raumfahrtbehörde NASA fliegt zur Venus: Die Missionen VERITAS und DAVINCI+ sollen irgendwann zwischen 2028 und 2030 starten.

China Ein Fusionsreaktor konnte für über 100 Sekunden auf 120 Millionen Grad Celsius gehalten werden. Das ist ein neuer Weltrekord. (Stell dir nur mal vor, wie schnell das Ding einen eingefrorenen Burrito zubereiten könnte. 🤤)

Und eine gute Nachricht zum Abschluss

Letzte Woche trugen zwei männliche Lehrer, Manuel Ortega und Borja Velazquez, in Valladolid, Spanien, Röcke zur Schule, um Kinder gegen Homophobie zu unterstützen und Geschlechternormen zu brechen.

Die „Kampagne“ – Jose Piña hat das letztes Jahr nämlich schon zuerst gemacht – nennt sich „Die Kleidung Hat Kein Geschlecht“, oder #LaRopaNoTieneGenero.

Aus der Perspektive einer heterosexuellen Single-Frau, denke ich persönlich, dass es hilft und, dass die Lehrer, die all-scottish gegangen sind außerdem sehr gut aussehen.

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