Contributor | News
25. Mai, 2021
Jan

What happened last week?

1.   Afrika

2.   Flüchtlinge weltweit

3.   Lateinamerika

4.   Mittlerer Osten / Nordamerika

5.   Arbeitsrechte weltweit

6.   Nordamerika

7.   Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Afrika

In Kamerun und Ghana wurden Transgender und Homosexuelle verhaftet

Kamerun: Ein Gericht in Douala, Kamerun, hat entschieden, dass zwei Transgender Frauen für 5 Jahre ins (Männer-) Gefängnis müssen, weil… naja, sie sind halt Transgender.

Warum das wichtig ist: Kamerun ist eins von 31 afrikanischen Ländern, in dem Homosexuelle und Transgender als Kriminelle gelten.

Tell me more: Die Namen der beiden verhafteten sind Shakiro, 23 Jahre alt, und Patricia, 27 Jahre alt. Als sie im Februar in einem Restaurant in Douala essen waren, hat jemand die Polizei gerufen und gesagt: „Ich habe gesehen, wie sie sich geküsst haben“ (obwohl das kein Verbrechen im Land ist). Shakiro hat seit dem Urteil aufgehört zu essen und gesagt, sie möchte so Selbstmord begehen.

Außerdem: Shakiro ist sehr beliebt auf Facebook. Dort fordert sie mehr Toleranz gegenüber geschlechtlichen Minderheiten in Kamerun.

Werde LGBTQI+-Aktivist:in

Folge der ghanaischen Organisation „Rightify Ghana“ auf Twitter und/oder benutze den Hashtag #ReleaseThe21, um digital an der Kampagne zur Befreiung der 21 LGBTQI+ – Aktivisten, die in einem Hotel in Ho, Ghana, festgenommen wurden, teilzunehmen.

Warum das wichtig ist: Wie Kamerun ist auch Ghana extrem Anti-LGBTQI+. Wenn Menschen wegen „gleichgeschlechtlicher sexueller Aktivität“ verurteilt werden, gehen sie für bis zu drei Jahre ins Gefängnis. Ach, Homophobie auf dem afrikanischen Kontinent ist außerdem ein (kolonialer) britischer Import.

Flüchtlinge weltweit

Tausenden Geflüchteten wird Asyl in Mosambik, Dänemark und Marokko verwehrt

In Spanien hat die Regierung in Ceuta und Melilla mindestens 5.700 Geflüchteten Asyl verweigert. Größtenteils waren unter den geflüchteten Männer, aber auch Frauen und Kinder aus Marokko. Zuvor überquerten schon ungefähr 8.000 Flüchtlinge die Grenze innerhalb von 48 Stunden. Hunderte von Kindern sind dort zurzeit ganz alleine gestrandet.

Warum das wichtig ist: 40 % aller jungen Menschen in Marokko sind arbeitslos.

Close-up: Einige Flüchtlinge sprachen mit „Al Jazeera“ über ihre Erfahrungen nach Ceuta zu schwimmen. Diese beiden Zitate bekomme ich nicht mehr aus meinem Kopf:

„Die Spanier waren sehr rassistisch… Wir waren sehr müde und sie haben uns mit großen Schlagstöcken geschlagen. Wenn sie sahen, dass wir uns setzten, dann schlugen sie unsere Beine, damit wir wieder aufstanden.“

„Da war eine Frau, die ein ein Monat altes Baby hatte, sie schwamm mit dem Baby und kam mit uns rein. Sie hat [das kleine Mädchen] in eine Plastiktüte getan und ist geschwommen. Da war außerdem noch ein Vater mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern, er hat dasselbe getan. Alle von uns sind hier hereingekommen.“

In Tansania verweigerte laut der UN die Regierung Asyl für Flüchtlinge aus Mosambik. Die meisten flüchteten vor der Gewalt in der Provinz Cabo Delgado, die 2017 begann, um nach Sicherheit in den benachbarten Ländern zu suchen.

Warum das wichtig ist: Etwa 724.000 Menschen, davon mindestens 350.000 Kinder, mussten von zu Hause fliehen. Die meisten haben ihre Personalausweise oder Geburtsurkunden verloren, was es ihnen sehr schwer, manchmal sogar unmöglich, macht, zur Schule zu gehen, Wohnungen zu bekommen oder sich auf Jobs zu bewerben.

Empfohlen:Save the Children“ veröffentlichte letzte Woche „The Voice of Children of Cabo Delgado“, ein sehr detailliertes Paper über das Leben, als vertriebenes Kind in Cabo Delgado.

In Dänemark überlegt die Regierung tausenden syrischen Flüchtlingen Asyl zu verwehren. „Es ist sicher, nach Syrien zurück zu kehren“, sagen sie. „Aber das ist es nicht. Viele Flüchtlinge, die zurückgegangen sind, sind jetzt entweder im Gefängnis oder alle gemeinsam verschwunden“. Im Protest sind (etwa 10.000) Menschen in 25 Städten in ganz Dänemark auf die Straßen gegangen.

Warum das wichtig ist: Dänemark hat rund 32.000 Syrer seit dem Bürgerkrieg des Landes aufgenommen. Von denen bekamen nur ca. 5.000 einen temporären Schutz.

Wusstest du, dass die meisten (85 %), der 26 Millionen Flüchtlinge in benachbarten Ländern und Entwicklungsregionen untergebracht sind. Industriestaaten haben nur 15 % aller Flüchtlinge aufgenommen.

Lateinamerika

Es wurden die Menschen gewählt, die Chiles neue Konstitution schreiben werden

Letzte Woche wurde in Chile die neue konstitutionelle Zusammensetzung gewählt (also eine Gruppe an Menschen, die dafür verantwortlich ist, des Landes neue Konstitution zu schreiben).

Die Regierung unter Sebastian Piñera (ein konservativer Milliardär) hat nur 37 der 155 Sitze gewonnen (nicht mal 1/3) und wird daher nicht das Recht haben, mitzuentscheiden, welche neuen Regeln eingeführt werden oder nicht.

Warum das wichtig ist: Chiles Verfassung wurde 1980 geschrieben, als das Land von Diktator Augusto Pinochet regiert wurde. Viele Menschen machen unter anderem die Konstitution dafür verantwortlich, dass es heutzutage so viele arme und so wenige reiche Menschen gibt. Jetzt sind die Chilenen gefragt ihre Demokratie von Null auf aufzubauen – ohne die „Hilfe“ der Regierung.

Was wollen die Chilenen in der neuen Konstitution?

Zum Beispiel mehr Rechte für Frauen, für indigene Völker, wie die Mapuche, und für Ältere. Aber da ist auch noch eine große Nachfrage nach Bildungsreformen, mehr Umweltschutzmaßnahmen und Polizeireformen. Kurz gesagt, wollen die Menschen eine reaktionsschnelle und integrative Regierung, die sie mit Würde, Fairness und Respekt behandelt. Kolumbiens und Perus unglückliche Bewohner schauen bei der Sache ganz genau zu.

Mittlerer Osten / Nordamerika

Israel wird in den Vereinigten Staaten, seinem größten finanziellen Unterstützer, kritisiert

Gerade letzte Woche sagte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Biden, ja zum Verkauf militärischer Waffen (im Wert von 735 Millionen US-Dollar) nach Israel. „Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen“, sagte Biden. Aber aus irgendeinem Grund ändern immer mehr US-Amerikaner die Art, wie sie über die Geschehen in Palästina und Israel denken.

Wusstest du: Bis zum Jahr 2020 hat die USA Israel insgesamt 146 Milliarden US-Dollar an militärischen-, ökonomischen-, und Raketenabwehr-Mitteln zur Verfügung gestellt und plant dieses Jahr (2021) weitere 75 Millionen US-Dollar an den Gazastreifen für „Wirtschafts- und Entwicklungshilfen“ zuzusprechen.

Warum das wichtig ist: Der Waffenstillstand letzte Woche war ein notwendiger Schritt, damit Hilfsorganisationen den Gazastreifen erreichen können. Aber, es ist halt auch „nur“ ein Waffenstillstand und adressiert nicht die Gründe für den 10-tägigen Ausbruch der Gewalt. „Wir brauchen nun mehr Kommunikation, humanitäre Hilfen und einen nachhaltigen Friedens-Plan“, sagen Experten.

Außerdem: Antisemitische Angriffe, beispielsweise in den USA und in Deutschland, haben stark zugenommen seit dem Beginn des Streits zwischen Israel und dem Gazastreifen.

Was hat sich geändert?

  • Straßenproteste in Boston, Chicago, New York, Los Angeles, Washington, D.C. und sogar in Miami und Puerto Rico adressieren die Frage „Was zum * mit Palästinensern gemacht wird?! Gleichberechtigung für alle!“
  • In der Show „Last Week Tonight with John Oliver“, eine der berühmtesten neuen Shows in den USA, wurde Israel als ein „Apartheid-Staat“ bezeichnet. Damit ist aber noch nicht Schluss: Im April veröffentlichte die „Human Rights Watch“ einen Beitrag, in dem sie israelische Autoritäten als „verantwortlich für die Kriminalität der Apartheid und Verfolgung“ machten.
  • Da sind (sogar konservative) Stimmen aus den Think-Tanks und der US-Regierung, die sich für gleiche Rechte zwischen Israeliten und Palästinensern einsetzen. Beispielsweise das „Carnegie Endowment for International Peace“, „RAND Corporation“, sowie der Außenminister der Vereinigten Staaten, Antony Blinken, und viele weitere Mitglieder des Kongresses, des Hauses und dem Senat der Vereinigten Staaten.

Woher nun die Wende?

Laut Sarah Leah Whitson gibt es dafür einige Gründe; Einer davon ist, dass palästinensische Stimmen, wie Mustafa Barghouti und Mohammed Al-Kurd, immer häufiger in westlichen Nachrichtenprogrammen zu hören sind. Sie haben nun die Möglichkeit deren Leben unter der israelischen Okkupation zu dokumentieren, darüber zu berichten und es einem großen Publikum zu erklären. Whitson sagt auch, dass es „in einem Land, wie den USA, welches auf radikale Gleichberechtigung fokussiert ist, schwieriger ist, einen „Ethno-Nationalen-Staat“ (Israel), welcher eine Rassengruppe gegenüber einer anderen privilegiert, zu rechtfertigen.“

Schau doch mal diesen Film:

Ich habe den Journalisten Schayan Riaz nach einer Film-Empfehlung gefragt und er hat, wie immer, geliefert: „Guck dir Emad Burnats „5 Broken Cameras“ an. Er ist wirklich unglaublich. Außerdem war das der erste palästinensische Film, der für den besten Dokumentarfilm bei den Oscars nominiert wurde.“

Arbeitsrechte weltweit

2016 kamen durch Überstunden mehr als 745.000 Menschen auf der Welt ums Leben

Letzte Woche haben die „World Health Organization“ (WHO) und die „International Labour Organization“ (ILO) eine Studie veröffentlicht, die schätzte, dass 2016 ca. 745.000 Menschen an Schlaganfällen und Herzkrankheiten gestorben sind, weil sie zu viele Überstunden machten.

Tell me more:

Das ist die erste globale Studie, die eine nähere Betrachtung dafür liefert, was mindestens 55 Stunden Arbeit pro Woche mit unserem Körper machen können. „Menschen sind zu 35 % mehr dazu veranlagt einen Schlaganfall zu erleiden und haben eine zu 17 % höhere Wahrscheinlichkeit an ischämischen Herzkrankheiten zu sterben, wenn sie mehr als 35-40 Stunden pro Woche arbeiten“, berichtet die Studie. Gerade 45- bis 74-Jahre alte Männer im westpazifischen Raum und in südostasiatischen Regionen sind dabei besonders in Gefahr.

Warum das wichtig ist: 9 % der globalen Population machen derzeit Überstunden. Das ist ein steigender Trend.

Was jetzt?

Die WHO und die ILO empfehlen unter anderem „verpflichtende Überstunden zu eliminieren, Arbeitsvereinbarungen flexibel zu gestalten und, wenn mehr Arbeit gemacht werden muss, die Last auf das ganze Team zu verteilen.“

Nordamerika

Selbstmord-Krise in Kanadas Shamattawa First Nation

Letzte Woche sagte die einheimische Gemeinschaft in Shamattawa: „Wir brauchen Hilfe. Mehr und mehr Menschen sterben an Suizid.“

Tell me more:
In den letzten Wochen sind zwei Frauen an Selbstmord gestorben (eine davon war die Schwester von Eric Redhead, Chef der Ersten Nationen).  Ein 7-Jahre alter Junge versuchte dasselbe zu tun, erholt sich jetzt aber von diesem Vorfall.

Diese Vorfälle berühren die 1.300 Bewohner:innen der Shamattawa First Nation Gemeinschaft. Und der Chef ist um einen Dominoeffekt besorgt. 2016 gab es schon eine Serie an Selbstmorden, als vier Menschen in gerade einmal sechs Wochen gestorben sind.

Warum das wichtig ist:

Kanadas 1.6 Millionen Einheimische sind systematischem Rassismus, polizeilicher Gewalt und Gewalt gegenüber Frauen ausgesetzt, aber bekommen nur sehr wenig Hilfe von der Regierung. Die Selbstmord-Krise ist eine tragische Konsequenz dessen.

Tell me more über Shamattawa:

Shamattawa ist eine wirklich sehr abgelegene Gemeinde im nördlichen Teil der Prärieprovinz Manitoba. Dort gibt es nur schwer Zugang zu sauberem Wasser und es steht nur die Hälfte an Lehrern und Lehrerinnen zur Verfügung, die benötigt werden.

Warum passiert das gerade jetzt?

Einer der Gründe mag sein, dass die Pandemie die Region sehr hart getroffen hat (das bedeutet: hohe Infektionsraten und viele geschlossene Einrichtungen, wie z.B. Schulen oder Jugend-Programme etc.)

Wie meinst du?

Es besteht eine lange Geschichte von Menschenrechtsverletzungen der kanadischen Regierung an ihren Einheimischen; sogar die Vereinten Nationen haben darauf aufmerksam gemacht.

Beispielsweise wurden damals rund 150.000 einheimische Kinder dazu gezwungen, sogenannte „Residential Schools“ (welche 1996 geschlossen worden) zu besuchen. Viele Kinder wurden von ihren Eltern getrennt, physisch und sexuell missbraucht und dazu gezwungen ihre Muttersprache zu verlernen.

Warum? Um sie einer eher „euro-kanadisch geprägten Kultur anzunähern“ (was auch immer das bedeuten soll). Ungefähr 6.000 Kinder sind, entweder durch Selbstmord, Vergewaltigung oder einfach nur schlechten Lebensbedingungen, gestorben.

Was unternimmt die kanadische Regierung, um Shamattawa jetzt zu helfen?

Marc Miller, des Landes Minister für indigene Angelegenheiten, sagte, dass zwei „Krisenarbeiter“ in die Gemeinschaft gesendet wurden, aber Redhead meint, dass „das alles nicht genug sei“.

Darf es ein bisschen Pop-Kultur sein?

Hör dir doch mal das Album „The Secret Path“ der kanadischen Rock-and-Roll Band „The Tragically Hip“ an – es ist außerdem auch ein Graphic Novel. Dieses basiert auf einer wahren Geschichte eines 12-Jahre alten Jungen, der den Namen Chanie Wenjack trägt und aus einer „Residential School“ geflohen ist. Er starb, als er 600 km in der Kälte gelaufen ist, um nach Hause zu kommen.

Notiz am Rande: Wenn das Leben gerade mal nicht einfach ist, steht den meisten Menschen Hilfe und Unterstützung zur Verfügung. Du musst nicht alleine mit diesen Gefühlen kämpfen. Melde dich bei der Hotline deines Landes (hier sind die, der Vereinigten Staaten, Kanada und Deutschland) oder wende dich an eine deiner lokalen Hilfe-Gruppen.

Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Indonesien: Das Land hat ein weiteres Einhorn. Dieses Unternehmen wird auf 1 Milliarde US-Dollar geschätzt.

  • Warum das wichtig ist: Als die Ride-Hailing und Zahlungs-Firma Gojek eins mit dem E-Commerce player Tokopedia wurde, war das der größte Business-Deal jemals in Indonesien.

Sri Lanka: Tamilen weltweit gedachten den „Tamil Genocide Day“ (18. Mai) anlässlich des 12. Jahrestages nach dem Genozid an den 70.000 bis 150.000 Tamilen, des (singhalesischen) Sri-Lanker Militär, im Bürgerkrieg 2009.

  • Warum das wichtig ist: Sri Lanka hat die Anzahl der Ermordeten nicht anerkannt und Menschenrechtsaktivisten kämpfen für Rechenschaftspflicht der Regierung und Anerkennung dafür, wie diese Menschen gestorben sind.

Tunesien: 57 Flüchtlinge aus Libyen sind vor Sfax, des Landes Südost Küste, ertrunken. Arbeiter einer Bohrplattform (!) retteten die 33 Verbliebenen.

  • Warum das wichtig ist: Die UN schätzen, dass mindestens 743 Menschen dieses Jahr im Mittelmeer gestorben sind.

Irak: Die UN bestätigen, dass 2014 die „ISIS den Völkermord [an den Jesiden] begangen hat“. Die Jesiden sind eine Minderheit in Iraks nördlicher Region (Sindschar).

  • Warum das wichtig ist: Es wurden konkrete Beweise an Kriegsverbrechen der Terroristengruppe veröffentlicht. Diese Behauptung stellten die Jesiden schon vor langer Zeit auf.

Lustige Information am Rande:

Der Hangzhou Safari-Park in Ost-China hat vergessen, oder wollte der Öffentlichkeit einfach nicht mitteilen, dass drei der im Park lebenden Leoparden vor über einer Woche ausgebüxt sind. „Es tut uns wirklich leid“, sagte der Safari-Park.

Gut zu wissen: Zwei der Tiere wurden wiedergefunden, aber der dritte Leopard… wird immer noch vermisst.

Für mehr Nachrichten von Sham und Simi, meldet euch für ihren Newsletter an!

Das könnte dir auch gefallen

Letzte Beiträge

Nichts dabei?