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01. Jun, 2021
Jan

What happened last week?

1.   Afrika

2.   Südamerika

3.   Zentralamerika

4.   Kolonialgeschichte im Westen

5.   Naturkatastrophe in Afrika

6.   Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

Afrika

Ungerechtigkeit gegen die Bevölkerung Darfurs im Sudan

Ein Mann, dessen Namen du wahrscheinlich noch gar nicht kennst, Ali Muhammad Ali Abd-Al-Rahman, ist endlich vor Gericht im Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, Niederlande.

Wer ist dieser Mann?

Er gestand seine Tat letztes Jahr selbst. 2003 und 2004 war Abd-Al-Rahman Militär-Kommandant tausender (größtenteils arabischer) Kämpfer – auch bekannt als Dschandschawid – welche afrikanische Zaghawa-, Masalit- und Fur-Völker (sprich: größtenteils Völker nicht arabischer Herkunft) für Land und Essen im Sudan angriffen.

Menschenrechtsorganisationen beschreiben das was passiert ist, als „ethnische Säuberung“, die Vereinten Nationen nennen es „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und die USA nennen es „Genozid“, also Völkermord.

Was hat er getan?

„Abd-Al-Rahman ist verantwortlich für den Mord an mehr als 300 Menschen und dass ca. 40.000 Menschen (größtenteils Fur-Völker) aus ihrer Heimat flüchten mussten“, sagt der Internationale Strafgerichtshof. Heute wird er, zum ersten Mal, für 31 Verbrechen, unter anderem „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, angeklagt.

Warum das wichtig ist: Das ist das erste Mal, dass der Internationale Strafgerichtshof genauer hinguckt, was fast zwei Jahrzehnte zuvor in Darfur passiert ist, als ca. 300.000 Menschen starben und ungefähr 2,5 Millionen flüchten mussten. Außerdem ist das der Grund, weshalb auch heute noch viel Gewalt zwischen arabischen und Masalit-Völkern im westlichen Sudan besteht, wie Zeinab Mohammed Salih für Al Jazeera schreibt.

Die Stellung Sudans

„Wir kooperieren hier vollständig mit dem IStGH. Nicht, wie die vorige Regierung unter Omar Al-Bashir“, sagt die aktuelle Regierung.

Warum wird die Sache nicht vor Gericht im Sudan ausgetragen?

Also einer der Gründe (da gibt es nämlich noch mehr) ist, dass Genozid, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im sudanesischen Gesetz, zu der Zeit, nicht als Verbrechen galten. Erst mehr als fünf Jahre nachdem die Dschandschawid diese Taten in Darfur begangen haben, wurden diese Gesetze aufgenommen. Weiterhin wurden die Dschandschawid-Kämpfer (ca. 20.000) von der damaligen Regierung bei ihren Vorhaben unterstützt. Also ja… es ist kompliziert.

Südamerika

Bald stehen die am stärksten polarisierten Wahlen in Perus Geschichte an – und es wird extrem heftig

Letzte Woche wurden 18 Menschen, darunter 2 Kinder, im Zentrum von San Miguel del Ene, Peru, massakriert. Zwei Wochen bevor die Wahlen am 06. Juni. 2021 stattfinden. Und die Menschen fragen sich: „Besteht da eine Verbindung zwischen den beiden Events?“.

Wer ist für die Morde verantwortlich?

„Anhänger der Sendero Luminoso“, sagt die Regierung. Die Sendero Luminoso werden eine „linksradikale Terroristengruppe“ oder „Maoistische Rebellengruppe“ genannt. Zwischen 1980 und 2000 waren die Anhänger für den Tod von 69.000 Menschen verantwortlich. Die Gruppe nannte es „soziale Säuberung“.

Warum das wichtig ist: Das ist eine der heftigsten und brutalsten Gewalttaten, die in Peru seit Jahrzehnten passiert ist. Und das zu einer Zeit, in der die Wahlen die Gesellschaft stark polarisieren. Ungefähr 32 Millionen Menschen leben in Peru (Stand: 2019). 2020 war zudem ein sehr schweres Jahr für das lateinamerikanische Land – Eine beschissene Wirtschaft, verkorkste Politik und einer von 200 Peruanern starb an COVID-19.

Wie reagiert das Land darauf?

Gemischte Gefühle. Offensichtlich sind die Peruaner geschockt und Präsident Francisco Sagasti verurteilt stark diese Gewalttaten.

Erzähl mir ein bisschen mehr über die Wahlen: Die beiden Präsidentschaftskandidaten sind Keiko Fujimori (rechter Flügel, Tochter des vorigen, jetzt im Gefängnis sitzenden, Präsidenten Fujimori) und Pedro Castillo (linker Lehrergewerkschafts-Organisator; Niemand hat geglaubt, dass er eine Chance hat… Aber hier ist er). Zum jetzigen Zeitpunkt hat Castillo die Nase vorn und könnte tatsächlich Perus nächster Präsident werden. Aber bevor du anfängst ihn als den „Linksten Mann überhaupt“ zu vergöttern: Er ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, Abtreibung und Sterbehilfen.

Wo besteht die Verbindung zum Massaker?

Die Medien und politische Gegner sagen nun: „Castillo und seine Partei Perú Libre haben wahrscheinlich was mit Sendero Luminoso zu tun.“ Darauf antwortete seine Sprecherin, Betssy Chavez, auf Twitter: „Das ist Fujimorismus. Sie nutzen diese Tragödie, als ein politisches Werkzeug, gegen mich. Erbärmlich.“

Zentralamerika

Die meistbesuchte archäologische Stätte Mexikos wird wohl beschädigt – und es gibt kein Halten mehr

Letzte Woche wurde bekannt, dass eine der wichtigsten prähistorischen Stätte in Mexiko, die Teotihuacán, Gefahr läuft, von privaten Bauherren zerstört zu werden, um das Land in einen Freizeitpark (oder so etwas in der Art) zu verwandeln.

Die Kulturbeauftragten des Landes sagten: „Hey, könntet ihr das bitte nicht tun?“, aber die Bauherren ignorieren sie einfach. Sogar die UN machte sich schon bemerkbar, denn „das ist ein UNESCO Weltkulturerbe“, was bedeutet, dass es von der UN geschützt ist, um die Geschichte bewahren.

Warum das wichtig ist: Mehr als 2,6 Millionen Menschen besuchen Teotihuacán jährlich. Es ist die meistbesuchte heilige Stätte Mexikos. Dort gibt es 25 Strukturen und Höhlen, mit sehr vielen Beweisen dazu, wie prähispanische Völker lebten. Mehr als 13.000 Menschen haben eine Petition unterschrieben, um zu sagen: „Bitte hört auf“

Im Kontext: Teotihuacán war eine der größten Städte der antiken Welt, mit mindestens 100.000 Einwohnern, aber sie wurde im 14. Jahrhundert verlassen. Man weiß nicht warum. Die Stadt könnte sogar einen anderen Namen gehabt haben. Teotihuacán bedeutet „Stadt der Götter“. Einer der coolsten Fakten über diese Stadt ist, dass dort Obsidian (vulkanisches Gesteinsglas – Ja, Drachenglas, für euch Game of Thrones Fans) abgebaut und gehandelt wurde, um Waffen, Schmuck etc. herzustellen.

Kann die mexikanische Regierung Ihnen dafür keine Strafe auferlegen?

Na ja, wir sind uns nicht sicher. Wir wollten herausfinden, warum sie die nicht einfach stoppen oder dafür bestrafen können. Mexiko hatte schon früher Probleme damit, private Bauherren (welche meist nachts arbeiten, um zu vermeiden, dass sie auffliegen) zu stoppen. Wenn du mehr Informationen darüber hast, dann lass es uns bitte wissen und antworte einfach auf den Newsletter.

 Kolonialgeschichte im Westen

Geständnis des Genozids in Namibia, verursacht vor 100 Jahren, durch deutsche Truppen

Deutschland sagt: „Wir gestehen, dass wir Namibia kolonisiert und einen der ersten Genozide des 20. Jahrhunderts, vor 100 Jahren, begangen haben. Und dafür wollen wir als Wiedergutmachung 1,1 Milliarden Euro (1.3 Milliarden US-Dollar) zahlen.

Was ist genau passiert?

Zwischen 1904 und 1908, mordeten deutsche Kolonialtruppen ungefähr 80.000 Einheimische, die den Nama- und Herero-Gruppen angehörten, als sie versuchten, sie aus ihrem Land zu vertreiben. Während des Völkermordes wurden die Nama und Herero in Konzentrationslager gezwungen, starben an Erkrankungen und Hungernot, an ihnen wurden Experimente durchgeführt und sie wurden missbraucht. Einige deutsche Experten sagen, dass „hier die Wurzeln des Holocaust liegen“.

Wusstest du, dass Namibia damals Deutsch-Südwestafrika hieß?

Wie reagieren die Menschen darauf?

Hereo und Nama sind nicht so begeistert, dass Deutschland sie bei der Entscheidung nicht mit einbezogen hat und, dass das Geld nicht direkt an die Menschen geht, sondern damit Projekte, über 30 Jahre lang, gefördert werden. Die simbabwisch-amerikanische Autorin Zoé Samudzi, die diesen Genozid studiert, nannte es auf Twitter sogar eine „Farce“.

Im Kontext: Deutschland kolonisierte Namibia von 1884 bis 1915 und danach tat es Südafrika für weitere 75 Jahre. Das Land wurde 1990 (ja… vor kurzem erst) unabhängig.

Warum das wichtig ist: Bis zum heutigen Tag sind 70% des Ackerlandes in Besitz weißer Menschen. BPoC haben nur einen Anteil von 16% des gesamten Landes.

Weitere Nachrichten aus verschieden Ländern, die sich für Sche*ße, die sie angestellt haben, entschuldigen:

Frankreich, sagte zu Ruanda: „Könnt ihr uns bitte vergeben“ für die Rolle, die wir 1994, im Völkermord von Ruanda, gespielt haben? Sie gaben zu, dass sie mehr hätten tun können, um das Massaker zu stoppen, aber sie waren auch nicht wirklich „ein Komplize“.

Kanada, sagte zu Italien: „Es tut uns leid, dass wir italienisch-kanadische Bürger, während des 2. Weltkriegs, in Gefangenenlager gebracht haben. Wir haben das nur getan, weil wir 1940 im Krieg mit Italien waren und unser damaliger Premierminister gesagt hat, dass „Italiener jetzt unsere Feinde sind.“

Naturkatastrophe in Afrika

Hilfe wird in der Demokratischen Republik Kongo benötigt – Ein Vulkan zerstört das Leben von fast 400.000 Menschen

Jetzt gerade versuchen 400.000 Menschen, darunter 280.000 Kinder, weit weg von dem Vulkan zu kommen, der erneut, in der Stadt Goma, ausbrechen könnte. Erdbeben sind bis nach Ruanda und Burundi zu spüren. Es gab mindestens 92 kleinere Erdbeben in den letzten 24 Stunden.

Erzähl mir mehr: Der Vulkan Nyiragongo brach am Samstag das erste Mal aus und tötete so 31 Menschen. Es ist so schlimm, dass der Fluss aus Lava die Grenze der Stadt erreichte. Die Menschen, die flüchten, sind zu Fuß unterwegs und tragen Matratzen und Kochutensilien mit sich, aber es gibt nicht genug Nahrung und Wasser für die Menschen, die heimatvertrieben wurden.

Wusstest du, dass Nyiragongo einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane der Welt ist? Er ist seit 1882 mindestens 34 Mal ausgebrochen (manchmal einfach nonstop). Das letzte Mal war 2020, als 250 Menschen starben und 120.000 ihr zu Hause verloren.

Warum das wichtig ist: Es leben ca. eine Million Menschen in Goma. Die Stadt ist nun halb leer. Tausende versuchen jetzt ins benachbarte Ruanda, und andere Orte, zu fliehen. Der Präsident Ruandas, Paul Kagame, bittet die Welt um „dringende Hilfe“. „Das ist wirklich sehr gefährlich für Kinder,“ sagt UNICEFs Edouard Beigbeder (allein schon die durch Wasser übertragbaren Krankheiten und Cholera). Etwa 300 Kinder werden noch vermisst.

Im Kontext: Mehr als 27 Millionen Menschen, darunter über 3 Millionen Kinder, leben in der DRK. Das Land hat schon so mit vielem zu kämpfen, wie z.B. Gewalt, einer Regierung, die keine Acht auf die Bedürfnisse der Bürger gibt und zudem haben viele der Menschen (1/3 der Einwohner des Landes) nicht genug, um sich selbst zu ernähren.

Du möchtest helfen?

UNICEF bietet direkte Hilfe, wie z.B. den Zugang zu sauberem Wasser, Cholera-Prävention und führt auch Kinder wieder mit ihren Eltern zusammen.

Außerdem: Als wir unsere Recherche zu diesem Thema durchgeführt haben, sind wir auf ein unglaubliches Hip-Hop-Kollektiv gestoßen. Sie nennen sich Shusha Ma Flow und sind aus Goma. Du kannst gerne hier über ihre Geschichte erfahren und auch deren Musik hören.

Weitere Nachrichten, die du interessant finden könntest

In Indien bedroht die Krankheit „Schwarzer Pilz“ tausende von Menschen, die das Coronavirus überlebt haben. Mehr als 300 Menschen sind schon an der Krankheit gestorben. Doktoren meinen, dass der Grund dafür Mittel sein könnten, die zur Behandlung gegen das Virus eingesetzt wurden. Zudem gibt es nicht genug Medizin, um die Menschen davor zu schützen.

In Kanada hat die einheimische Gemeinscheit der Tk’emlúps te Secwépemc First Nation ein Massengrab von 215 Kindern unter einer damaligen, sogenannten „Residential School“, gefunden. Die Familien der Überlebenden sagen, dass sehr viele Kinder diese „Schulen“ besucht haben und nie mehr nach Hause gekommen sind. Man dachte, dass sie wahrscheinlich geflüchtet sind. Was genau passiert ist, kannst du hier nachlesen.

In den USA haben Menschen an zwei sehr wichtige, aber tragische Ereignisse erinnert. Zum Einen sind 100 Jahre, seit dem Massaker von Tulsa in 1921, vergangen. Einem der schlimmsten rassistischen Ereignisse in der Geschichte. Zum anderen ist ein Jahr seit dem Mord an George Floyd, einem unbewaffneten Afroamerikaner, durch einen weißen Polizeibeamten, vergangen.

Lustige Information am Rande:

Ein kanadischer Parlamentsabgeordneter, Will Amos, wurde dabei erwischt, wie er sich wieder vor der Kamera entblößte. JA, WIEDER. Das erste Mal wurde er dabei erwischt, wie er sich seine Arbeitsklamotten, nach dem Joggen, angezogen hat (so sagt er zumindest). Und dieses Mal war er mitten in einem Video-Meeting, als er sich dazu entschloss, in einen Kaffeebecher in seiner Nähe, zu pinkeln (was man halt so macht).

Er hat sich seitdem bei allen, die (vermutlich schon zwei Mal) Zeugen davon geworden sind, entschuldigt und nimmt sich eine Auszeit, um „Hilfe zu suchen“. Na hoffentlich ist es technische Hilfe…

Beim nächsten Mal, vielleicht einfach das Telefonat beenden?

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